Neue Alben

Positive Rückschritte

Archivartikel

Rock: Auf ihrem siebten Album „Rewind, Replay, Rebound“ drehen Volbeat ihren Sound zurück Richtung Rock ’n’ Roll

Bessere Songs haben Volbeat auf ihren ersten sechs Alben selten geboten. Zumindest nicht in dieser Häufung wie mit „Rewind, Replay, Rebound“. Das liegt daran, dass das Quartett (auf dem Bild von links nach rechts) Kaspar Boye Larsen (Bass), Rob Caggiano (Gitarre), Sänger Michael Poulsen und Jon Larsen (Schlagzeuger) sich ein Stück weit wieder auf ihre Wurzeln besinnen. Denn dass die aus Dänemark stammende Band die Liebe zu Johnny Cash, Elvis, klassischem Rock ’n’ Roll generell und schwerstem Metal vor allem live auf einen wuchtigen Nenner bringen konnte, war ein Alleinstellungsmerkmal – und machte Volbeat lange zu internationalen Fanfavoriten.

Auf Platte gelang es ihnen aber immer weniger, auch nur ansatzweise dieselbe Energie zu transportiere wie im Konzert. Trotz des Einstiegs einer Thrash-Metal-Ikone wie Ex-Anthrax-Gitarrenzauberer Caggiano wurde der Sound immer glatter, ja fast poppig. Den Effekt kann man auf „Rewind, Replay, Rebound“ ab der Album-Mitte und in fast jedem Refrain beklagen – so dass Gastsänger Neil Fallon Hauptdarsteller Poulsen mit rauer Kehle in „Die To Live“ an die Wand singt. Aber zum Ausgleich gibt es echte Uptempo-Kracher wie „Pelvis On Fire“ oder „Sorry Sack Of Bones“, die an der Grenze zum fiebrigen Psychobilly-Punk kratzen. Hier pflegt Poulsen endlich wieder sein Talent zum Elvis-Vibrato, live dürfte da die Bühne brennen.

Viel Mainstream

Ansonsten gibt es trotz schwerer Gitarrenbreitseiten vor allem Mainstream-Rock mit entsprechenden Chören, der fast schon an 1980er-Größen wie REO Speedwagon erinnert. Tatsächlich sind viele Songs ähnlich eingängig und melodiestark. Das muss man nicht mögen – aber anerkennen. (Vertigo) jpk

Unsere Note: ★ ★ ★ ★ (Muntermacher) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)