Neue Alben

Raphael Saadiq: "Jimmy Lee"

Archivartikel

Das sechste Soloalbum des Nu-Soul-Wegbereiters beginnt relativ unspektakulär: „Sinners Prayer“ klingt, als ob Raphael Saadiq den 1990er-Jahre-Soulpop seines Trios Tony! Toni! Toné! aufleben lassen wollte. Aber die umwerfenden Basslinien, die oft hörbar an Prince geschulte Produktion und die emotional tief schürfenden Inhalte, machen klar: Der 53-Jährige hat die Ambition, ein ganz großes Soul-Album vorzulegen. Und gleichzeitig, das von Sucht, Haft und Aids-Tod geprägte Leben seines Bruders zu beleuchten – stellvertretend für die Verhältnisse in den USA. Das gelingt immer mehr, je rauer seine Stimme und desto abgefahrener die Arrangements werden. Das schlägt einen Bogen vom politischen Marvin Gaye bis zu Kendrick Lamar, der konsequenterweise den Schlusssong „Rearview“ veredelt.

Unsere Note: ★ ★ ★ ★ ★

 

(Megamäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)