Neue Alben

Schöne Stimmen einer Generation

Pop: Das Duo Ider bringt mit „Emotional Education“ das Lebensgefühl der Mittzwanziger facettenreich auf den Punkt

Die Mittzwanziger haben es schon nicht einfach. Was sie wollen, wissen sie meistens noch nicht so genau. Dafür aber oft, was sie auf keinen Fall wollen. Darüber – und mitten im Spannungsfeld von Zukunftsangst und den ersten Enttäuschungen im Minenfeld der Liebe – kann man schon mal leicht traurig werden, wie es das neue britische Pop-Phänomen Ider im Lied „Saddest Generation“ auf den Punkt bringt.

Hörenswert eingängig

Aber zum Glück gibt es ja noch die beste Freundin, die einen aufmuntert und eine neue Perspektive bietet. Statt tiefem Tal heißt es deshalb „You’ve Got Your Whole Life Ahead of You Baby“ und diesen immerwährenden Lernprozess bildet das Duo Megan Markwick und Lily Somerville mit ihrem Debütalbum „Emotional Education“ hörenswert eingängig ab. Dabei bieten Ider keinesfalls leichte Best-Friends-Forever-Kost, sondern ziehen ihren Electro-Pop aus Folk- und R&B-Wurzeln, wobei das musikalische Grundgerüst zugunsten zweier starker Stimmen eher die Hintergrundfarben bestimmt. Die Nähe zu The XX oder London Grammar kommt dabei nicht von ungefähr, denn Iders originellen Pop-Perlen geben Produzenten wie Rodaidh McDonald oder MyRiot den letzten Schliff, den bereits die oben genannten in die Oberklasse des Pops verholfen haben.

Ider setzen aber nicht nur auf die leisen Töne, sondern scheuen sich auch nicht vor einem Ohrwurm-Refrain wie man ihn eher ihren Label-Kollgen von Chvrches zutrauen würde. Letztlich helfen die ganzen Referenzen aber ohnehin nicht entscheidend weiter, da Ider nicht zuletzt wegen ihrer außergewöhnlichen Stimm-Harmonie in einer eigenen Liga spielen. (Glassnote) th

Unsere Note: ★ ★ ★ ★

 

(Muntermacher) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)