Neue Alben

Tempobremse statt „vorwärts“

Rock: Wirtz mit neuem „Unplugged“-Album

Klavier und Streicher statt harte Gitarren: Daniel Wirtz hat zum zweiten Mal nach 2014 ein „Unplugged“-Album eingespielt. Dieses Mal unterzog er Stücke seiner beiden letzten Alben und sowie den Titelsong seines Erstlings „11 Zeugen“ einer Radikalkur. Radikal deshalb, weil die Arrangements tatsächlich meilenweit von den Original- Fassungen entfernt sind. Die kennen in guter Alternative-Rock-Manier nur eine Richtung: vorwärts. Nun steht der kernige Musiker konsequent auf der Tempo- und Lautstärke-Bremse.

Musikalisch ist dieser Stilbruch völlig in Ordnung. Aber es kommt ein Aber für manche Songs: Zeilen wie „Liebe Leute, hoch die Tassen, auf unser Wiedersehen! Vorhang auf und Feuer frei, ich will eure Hände sehen! oder „Liebe Kinder, gebt fein acht, ich hab euch etwas mitgebracht“ aus dem Song „Auf die Plätze, fertig, los“ singt/grölt man in der Originalfassung mit, ohne sich über die Banalität der Worte groß Gedanken zu machen.

Zu reduziert

In der reduzierten Unplugged-Version nervt das. Weil die spärlichere Begleitung die Worte noch viel stärker freilegt, sie den Zuhörer zur Reflektion auffordert. Doch was nur gibt es bei „Hey yo, liebe Leute seid ihr wach? Hier wird jetzt Krach gemacht!“ schon zu reflektieren? Bei Hartmut Engler und Pur sind solche Verse besser aufgehoben. (Wirtzmusik/Tonpool) stp

Unsere Note: ★ ★ ★

 

(Mittelmäßig) von 6 SternenHirschhausen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)

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