Neue Alben

Wilco: "Ode To Joy"

Archivartikel

Eine neue Ode an die Freude wäre zurzeit höchst willkommen. Jeff Tweedys Wilco sind dafür ein heißer Kandidat, weil das Bandprojekt aus Chicago bisher zehn Platten fast ohne Ausfälle und mitunter nah am Niveau der Beatles abgeliefert hat. Dass Nummer elf sogar „Ode To Joy“ heißt, schürt zwar Hoffnung, erfüllt sie aber nicht. Die zweite Hälfte der elf Songs klingt gewohnt hübsch, vor allem „Hold Me Anyway“. Die typische euphorisierende Griffigkeit verbreiten sie allerdings kaum. Die ersten Songs irritieren mit fast schon nervig unterkomplexem Schlagzeug und inkonsequenten Avantgardismen, die ein John Lennon schon vor 50 Jahren ausprobiert hat. Dass „Citizen“ poetische über „weiße Lügen“ politisiert, ist ein Lichtblick auf der ersten Durchschnittsplatte in der Wilco- Historie.