Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim Bezirksbeiratssitzung tagt zu östlicher Riedbahn, Jugendarbeit und Altem Fährhaus

Beschädigtes Gebäude wird bald wieder aufgebaut

Mannheim.Drei immer wieder im Stadtteil diskutierte Themen standen auf der Tagesordnung der Bezirksbeiratssitzung Neuostheim-Neuhermsheim. Dass die Sitzung unter Leitung von Stadträtin Melis Sekmen dennoch zügig und harmonisch verlief, lag an der weitgehenden Übereinstimmung der Standpunkte von Bezirksbeirat, Bürgern und Verwaltung.

Östliche Riedbahn: Beispielsweise zur geplanten zweigleisigen Befahrbarkeit der östlichen Riedbahn durch die Deutsche Bahn Netz AG. Dazu erklärte Alexander Hofen-Stein von der Stadt, dass man eine Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens gefordert habe (wir berichteten). Die Stadt lehnt die Maßnahmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab, da es noch Klärungsbedarf gebe. Zwar begrüße man die Ertüchtigung der Gleisstrecke für die S-Bahn. Gleichzeitig werde dadurch aber die Voraussetzung für vermehrten Güterzugverkehr auf dem Gleis geschaffen. Damit, so Hofen-Stein, würden Möglichkeiten zur Lärmreduzierung erschwert, wie der Bau eines Tunnels oder das Umfahren der Stadt durch den Güterverkehr. „Die Unterlagen der Bahn sind zwar formaljuristisch wasserdicht“, so Hofen-Stein. Dennoch müsse nachjustiert werden. Bezirksbeirat Andreas Schöber (Grüne) hofft, „dass sich nun im politischen Bereich etwas bewegt“. Albert Bühler von der Bürgerinitiative Neuhermsheim ohne Bahnlärm (BI Nobl) forderte mehr Lärmschutz für Neuhermsheim.

Jugendarbeit: Zum Thema Jugendarbeit in Neuhermsheim erklärte Klemens Hotz, Leiter der städtischen Jugendförderung, dass im Januar die offene und mobile Jugendarbeit wieder aufgenommen werde (wir berichteten). Nachdem 2016 ein Jugendtreff in freier Trägerschaft geschlossen und die anschließende mobile Jugendarbeit einige Monate später eingestellt worden war, habe die Stadt im Internationalen Bund (IB) einen neuen Träger gefunden, der über Erfahrungen verfüge. Das Angebot sei auf zwei Jahre befristet. IB-Geschäftsführer Thomas Ackermann berichtete, er habe bereits einen Mitarbeiter, der IB werde versuchen, einen Raum in Neuhermsheim zu finden.

Bezirksbeirätin Margot Liebscher (SPD) war zwar „erfreut, dass etwas passiert“. Doch erst müssten Räumlichkeiten geschaffen werden. „Sonst machen Sie uns was vor“, erklärte sie. Bezirksbeirat Wolfgang Wittich (CDU) wollte wissen, was mit dem einstigen Domizil des Jugendreffs passiert. „Den zerfallenden Container einfach stehenzulassen, wäre fatal“, meinte er. Michael Reuther vom Ältestenkreis der Thomasgemeinde bat, noch einmal nach einem Grundstück zu schauen.

Altes Fährhaus: Über den aktuellen Stand beim Alten Fährhaus am ehemaligen Campingplatz in Neuostheim informierte Jürgen Geibert vom Fachbereich Immobilienmanagement. Die Stadt habe nach Hinweisen des Bezirksbeirats und des Vereins Stadtbild auf die historische Bedeutung des Gebäudes für Neuostheim beschlossen, das durch einen Dachstuhlbrand beschädigte Haus wieder aufzubauen und einer Nutzung zuzuführen. Inzwischen habe das Gebäude statische Unterstützung erhalten, sei gereinigt und gegen Vandalismus und Witterungseinflüsse abgesichert worden. In Kürze soll noch der Unrat zwischen Haupt- und Nebengebäude beseitigt werden. Jürgen Geibert forderte die Bezirksbeiräte auf, ihre Nutzungsideen schriftlich vorzulegen. Die Stadtverwaltung werde sie auch beim weiteren Procedere einbeziehen. Auf die Frage nach der Höhe der Versicherungssumme erwiderte Geibert, die Sachversicherung habe die Zahlen noch nicht bekanntgegeben.

Am Ende der Sitzung forderten Anwohner von der Stadt, die gefährliche Raserei auf der Seckenheimer Landstraße zu stoppen. Man habe in der Sache an die Verwaltung geschrieben, aber bisher keine Antwort erhalten, beklagte Peter Doll.