Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim/Feudenheim RNV kann Wunsch der Eltern nicht erfüllen

Busverbindung für Schüler zu teuer

Archivartikel

Für Schüler aus Neuostheim und Neuhermsheim wird es vorerst keine direkte Busverbindung nach Feudenheim zum Gymnasium oder zur Realschule geben. Felix Dmochowski, Planer bei der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV), erteilte jetzt bei der Sitzung des Bezirksbeirats Neuostheim/Neuhermsheim dem Wunsch vieler Eltern eine Absage: Mit rund 100 000 Euro Kosten für ein zusätzliches Fahrzeug und Personal im Jahr zu teuer.

Eine leise Hoffnung bleibt den etwa 60 betroffenen Schülern jedoch: Die RNV will prüfen, ob der 50er-Bus von der Haltestelle SAP-Arena nach Sandhofen nicht zu Schulbeginn in der Linienführung von der Ziethenstraße einen „Schlenker“ nach Feudenheim hinein machen kann, um die Jungs und Mädchen näher an die Schulen zu bringen.

Im Moment gestaltete sich der Schulweg kompliziert und lang: von Neuhermsheim mit der Stadtbahn-Linie 6a zur SAP Arena, sieben Minuten Wartezeit auf den 50er-Bus, dann bis Ziethenstraße am Rand von Feudenheim, elf Minuten Wartezeit mit Fußweg zum Aubuckel, dann mit der Linie 2 bis zur Kirche in Feudenheim. Dauer: knapp 40 Minuten. Ähnlich geht es den Schülern mit dem 50er-Bus ab Neuostheim. Nur die Fahrzeit verkürzt sich auf rund 20 Minuten. „Die zeitlichen Abläufe sind zumutbar, allerdings geht es nicht ohne Umsteigen. Aber Verspätungen sind selten“, erklärte Dmochowski im Bezirksbeirat.

Heftiger Widerspruch

Heftiger Widerspruch kam daraufhin von den Bezirksbeiräten und einigen Eltern im Café Bistro im Thomas Caree. Sarah Kinzebach (Grüne): „In den Stoßzeiten ist der Bus nicht immer pünktlich. Und 40 Minuten Fahrzeit sind zu lang.“ Birgit Davis (Grüne): „Oft ist der 50er-Bus am Morgen auch extrem voll.“ Und Harry L. Kroiß (SPD) kritisierte: „Es geht um zehnjährige Kinder, und die müssen gerade im Winter sieben Minuten an der SAP Arena und elf Minuten am Aubuckel warten. Haben wir nicht 100 000 Euro für unsere kleinen Mitbürger?“

Und eine Mutter aus Neuhermsheim mahnte: „Für ein zehnjähriges Kind ist so eine Fahrt schon eine Herausforderung, gerade in den Morgenstunden.“ Der RNV-Experte konterte die Kritik: „40 Minuten Fahrzeit sind so ungewöhnlich nicht.“ In einer offiziellen Stellungnahme der Stadt an den Bezirksbeirat heißt es allgemein: „Der Schulweg zu weiterführenden Schulen ist in Mannheim mit Bussen und Bahnen der öffentlichen Nahverkehrs möglich, da der ÖPNV gut ausgebaut und die anstehenden Reisezeiten zumutbar sind.“ Dmochowski ergänzte, dass es außer für die Schüler zwischen Neuhermsheim und Neuostheim nach Feudenheim keine Verkehrsnachfrage gebe. Außerdem erläuterte Sitzungsleiterin Bürgermeisterin Felicitas Kubala, dass von der Stadt für weiterführende Schulen keine speziellen Schulbusse vorgesehen seien.

Fahrrad als Alternative

Stadtrat Thomas Hornung (CDU) fragte an, ob sich nicht vielleicht die Radverbindung von Neuhermsheim/Neuostheim nach Feudenheim verbessern lasse? Das Fahrrad sei in den Sommermonaten eine Alternative zum Öffentlichen Personennahverkehr für die Schüler.

Gerade von Neuhermsheim über die Autobahnbrücke in der Eastsite aber sei das Radfahren besonders für jüngere Schüler und Schülerinnen sehr gefährlich, warnte eine Mutter ausdrücklich. Ihr Wunsch nach einer direkten Busverbindung von Neuhermsheim nach Feudenheim ins Zentrum bleibt vorerst aber unerfüllt.