Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim Podiumsdiskussion des Stadtteilvereins zu aktuellen Themen wie Neckardamm und Theodor-Heuss-Anlage

Großes Thema: Angst vor Lärm durch Güterzüge

Archivartikel

Über ein „volles Haus“ bei der Podiumsdiskussion des Stadtteilvereins Neuostheim freute sich der Vorsitzende Stefan Bickmann. Die Veranstaltung im Café Bistro ThomasCarree unter dem Motto „Visionen zur Entwicklung von Mannheim. Insbesondere Neuostheims“ wurde von Vorstandsmitglied Bernd Vermaaten moderiert. Anwesend und für die Fragen der Bürger bereit waren die Stadträte Helen Heberer (SPD), Steffen Ratzel (CDU), Melis Sekmen (Grüne), Holger Schmid (Freie Wähler Mannheimer Liste), Volker Beisel (FDP), Thomas Trüper (Linke), Rüdiger Ernst (AfD) und Julien Ferrat (Mannheimer Volkspartei).

Nach einer Vorstellungsrunde mit Gedanken zu Mannheim und Europa bezogen nur zwei Kommunalpolitiker Stellung zu Neuostheim, was zu lautstark geäußertem Unmut bei den rund 70 anwesenden Stadtteilbewohnern führte. Danach hatten die Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dabei ging vor allem um ein Thema, die zu befürchtende Lärmbelästigung durch die Zunahme des Güterzugverkehrs auf der Östlichen Riedbahn. „Circa 250 Güterzüge pro Tag über die Riedbahn, das muss mit allen Mittel verhindert werden“, waren sich Politiker und Bürger einig. Die Kommunalpolitiker sprachen sich entweder für eine Tunnellösung oder eine Umfahrung der Stadt aus.

Bildung für alle wichtig

Ein weiterer Punkt waren Kitas. Alle Parteien wollen zwar mehr Kita-Plätze schaffen. „Doch einige Familien aus Neuostheim suchen vergeblich einen Ganztagsplatz“, berichtete Stephanie Heiß. Das neue Kinderhaus habe noch Kapazitäten, aber die Stadt sehe keinen Bedarf, kritisierte sie. Das Thema Bildung ist bei allen Parteien großgeschrieben. Die Schulen sollen saniert werden. Die Neuostheimer wiesen auf den maroden Zustand der Johann-Peter-Hebel-Schule hin: Bei der 60 Jahre alten Grundschule in Neuostheim bestehe dringender Sanierungsbedarf.

Auch im Fokus des Gesprächs: der Neckardamm. Entgegen dem Plan der Stadt, dort einen Radweg anzulegen, forderten die Neuostheimer einen Neckardamm nur für Spaziergänger und Jogger. Der Stadtteilverein und die Grünen befürworteten stattdessen eine Fahrradstraße auf dem Paul-Martin-Ufer.

Seit Jahren besteht zudem ein Parkplatzproblem in Neuostheim. Unter anderem sei die Planung für das Gewerbegebiet „Eastsite“ dafür verantwortlich. Dort sei versäumt worden, ausreichend Parkplätze für die rund 4000 Arbeitnehmer zu schaffen, so Klaus Decker. Die Politiker wollen prüfen, ob es Sinn macht, Anwohnerparkausweise einzuführen. Außerdem wollen sie sich für eine Verbesserung des Nahverkehrs durch kürzere Taktzeiten bei den Straßenbahnlinien fünf und sechs einsetzen.

Für Ärger sorgen weiterhin die Bauarbeiten auf der Theodor-Heuss-Anlage. Die Verwaltung plant, die Straße in Richtung Neuostheim bis zum Verkehrsknoten Dürer einspurig umzubauen. „Das wäre eine Katastrophe, vor allem bei Großveranstaltung wie der Bundesgartenschau (Buga), beim Maimarkt, bei Fußballspielen im Carl-Benz-Stadion oder in der SAP-Arena“, waren sich Bürger und Politiker einig. Die Politiker wollen versuchen, noch eine Änderung herbeizuführen.

Ärgerlich sei auch, sagten die Politiker, dass es immer noch kein Verkehrskonzept für die Buga gebe. Für Verdruss bei den Bürgern sorgte neben all dem auch der viele Müll vor dem Stadion beim letzten Spiel des SV Waldhof. Für die Beseitigung könne nicht die Allgemeinheit aufkommen, sondern müsse der Mannheimer Traditionsverein herangezogen werden.