Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim Erste Ökumenische Einrichtung für Kinderbetreuung in Mannheim feierlich eröffnet

Kirchen machen sich gemeinsam auf den Weg zum Kinderhaus

Es ist das erste Ökumenische Kinderhaus in der Quadratestadt. Nach knapp zweijähriger Bauzeit weihten der katholische Dekan Karl Jung und sein evangelischer Amtskollege Ralph Hartmann den Neubau an der Böcklinstraße in Neuostheim ein. „Gemeinsam auf dem Weg“ lautete das Motto des ökumenischen Festgottesdienstes, an dem auch Pfarrerin Nadine Ueberschaer und Pastoralreferentin Kathrin Grein sowie die Kinder und das Team des neuen Kinderhauses unter Leitung von Dunja Frank mitwirkten. Für musikalische Begleitung sorgten Harald Böhme an der Orgel, sowie Sigrid Mohr-Messarosch und Beate Meisch an der Gitarre. Das von beiden Konfessionen gemeinsam geführte Kinderhaus ist wesentlicher Bestandteil des Ökumenischen Zentrums, das an der katholischen Kirche St. Pius in Neuostheim entsteht.

Bereits eingezogen

„Das Kinderhaus ist Ausdruck der wunderbaren Ökumene, die hier in Neuostheim gelebt und in Zukunft noch stärker gelebt wird“, erklärte Dekan Hartmann. Das habe viel mit Aufbruch zu tun, erklärte er in Anlehnung an die biblische Geschichte von Abraham und Sarah. „Es geht um Vertrauen und Gemeinsamkeit, um christliche Pädagogik, was einen christlichen Kindergarten ausmacht, nämlich den Glauben, dass Gott uns alle geschaffen hat, uns trägt und hält.“ Sein katholischer Amtskollege erinnerte an den langen Weg, den sie bis hierher zurückgelegt haben. Inzwischen seien die ersten Kinder eingezogen. Dekan Jung dankte allen Menschen, die sie begleitet haben. Sich „gemeinsam auf den Weg machen“, das mache einen christlichen Kindergarten aus, betonte der Dekan.

An den Gottesdienst schloss sich ein Festzug der Kinder und Erzieher gemeinsam mit den beiden Dekanen, Pfarrerin Ueberschaer, Pastoralreferenten Grein und Ministranten von der Kirche zum benachbarten Kinderhaus an, in dem die Einweihungs-und Segnungsfeier stattfand. Bei der anschließenden Feier im Gemeindesaal dankte Bernhard Hübner, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der Seelsorgeeinheit Mannheim Johannes XXIII, noch einmal allen am Bau Beteiligten für ihre Unterstützung und gute Arbeit sowie dem Kindergartenteam, das es den Kindern trotz stressiger Umzüge so angenehm wie möglich gemacht habe. „Das ökumenische Kinderhaus ist ein großer Schritt für die gemeinsame Zukunft – für die Kirche in Neuostheim und in Mannheim“, betonte Hübner. Er dankte auch den ehemaligen Pfarrern, Gerhard Schmutz und Horst Helmut Eck, die gemeinsam die Ökumene in Neuostheim auf den Weg gebracht haben.

Beispiel für andere

„Der Neubau und Umbau von St. Pius zum Ökumenischen Zentrum bedeutet aber auch eine erhebliche Menge Geld, das die Gemeinde über Jahre hinaus belasten wird“, so Hübner, der einen Spendenaufruf startete. Gerlinde Kammer, Vorsitzende des Ältestenkreises der Thomasgemeinde, erklärte: „Er ist da, der große Tag, auf den wir so lange gewartet haben.“ Sie freut sich auf das schöne Kinderhaus, mit zwei Pfarrbüros und Amtszimmer. Sie dankte der katholischen Gemeinde St. Pius, die der evangelischen Thomasgemeinde Unterschlupf gewährt habe. Bei den intensiven Planungen seien Pfarrerin Martina Egenlauf-Linner und ihr katholischer Kollege Klaus Zedtwitz maßgebliche Wegbereiter und -begleiter gewesen.

„Das ist Ausdruck der seit mehr als 40 Jahren gelebten Ökumene im Stadtteil“, sagte Kammer. CDU-Stadtrat Bernd Kupfer, der die Grüße des Oberbürgermeisters und Gemeinderates überbrachte, gratulierte zum „wunderschönen Neubau“. „Das Ökumenische Kinderhaus ist ein zukunftsweisendes Modell, das Beispiel für andere sein kann“, sagte er. Nach einem Mittagessen nutzten viele Gäste die Gelegenheit, sich bei einer Hausführung in dem von den Architekten Kaupp+Franck geplanten und realisierten Bau umzuschauen.