Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim Wünsche und Ideen bei der Stadtteilversammlung für Kinder und Jugendliche / Politiker beeindruckt

Mehr Spielmöglichkeiten und weniger Müll

Mehr Spiel- und Sportmöglichkeiten, kürzere Taktzeiten beim ÖPNV und mehr Sauberkeit: Das wünschen sich die Kinder in Neuostheim. Bei der Stadtteilversammlung für Kinder und Jugendliche in der Turnhalle der Johann-Peter-Hebel-Schule unter Leitung von Stefan Zalewski vom 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro wurden die Ergebnisse aus den Foren in der Neuostheimer Grundschule den zahlreich gekommenen Kommunalpolitikern, Eltern, Vertretern der Verwaltung und des Stadtjugendrings vorgestellt.

Elen, Annette-Luise und Lenja missfällt der Müll auf den Straßen und Spielplätzen sowie auf den Neckarwiesen. Auch Nico und Hugo haben sich Gedanken über ihre Umwelt gemacht. Sie schlagen vor: weniger Plastik und mehr Mülleimer, beispielsweise an ihrer Schule. Alles auf ihrem Schulhof sei „alt“ und die Wände mit Graffiti beschmiert. Die Schüler wünschen sich auch eine bessere elektronische Ausstattung ihrer Schule.

Mit Löchern übersät

Alois, Sidney und Richard bemängelten den schlechten Zustand der Spiel und Sportplätze. „Auf dem Baerwindplatz gibt es fast nur Spielgeräte für kleine Kinder und keine Fußballtore.“ Die Kinder wünschten sich eine große Rutsche, eine Kiste oder einen Schuppen mit Spielsachen. Die Spielgeräte auf dem Holbeinspielplatz seien kaputt. Der Fußballplatz sei mit Löchern übersät und auf dem Bolzplatz gebe es keine Netze in den Toren und keine Absperrung für die Bälle.

Ein weiteres Thema war der Nahverkehr: Selma, Linnea und Niklas ärgern über „zu volle Busse und Bahnen, vor allem morgens und mittags, und über zu lange Taktzeiten von 20 Minuten“. Die Busse und Bahnen seien auch sehr schmutzig. Sie kritisierten zudem „zu schnell fahrende Autos in der Dürer-, Holbein- und Ludwig-Richter-Straße“. Mehr Zebrastreifen und Stopp-Schilder seien erforderlich. „Es ist schwer, die Seckenheimer Landstraße zu überqueren“, sagte Niklas. Leni, Ida, Eva, Tim, Maya, Adriana und Lotte haben sich außerdem Gedanken über Umweltschutz gemacht. Sie forderten die Politiker auf, Plastiktüten und -verpackungen zu verbieten, zwei bis dreimal im Jahr eine autofreie Woche einzuführen und mehr Bäume zu pflanzen und Grünflächen anzulegen.

Stadtrat Raymond Fojkar (Grüne), die Bezirksbeiräte Margot Liebscher (SPD), Margoth Werner (ML) und Andreas Schöber (Grüne) waren beeindruckt von den Präsentationen der Kinder – das sie nicht nur Wünsche äußerten, sondern Vorschläge zur Lösung der Probleme machten. „Es gibt einige Themen, die in den Bezirksbeirat gehören, wie beispielsweise die Spielplätze“, sagte Stadtrat Fojkar. Andere Themen beträfen die Gesamtstadt, wie die Diskussion über den Nahverkehr. Zur Verbesserung der Taktzeiten sollten die Neuostheimer Bürger und Bezirksbeiräte mit den Rhein-Neckar Verkehrsbetrieben sprechen. Zwar behaupte die RNV, das gäben die Zahlen nicht her. „Aber die Eastsite wird sich entwickeln, die RNV dürfen sich nicht mehr nur an den alten Zahlen orientieren“, so der Stadtrat.

Bezirksbeirat Schöber findet es „gut, wenn sich die Kinder für ihre Umgebung, beziehungsweise Umwelt, interessieren und engagieren“. „Wenn die Kinder für bessere Fußballtore initiativ werden, wird das der Bezirksbeirat gerne aufgreifen“, sagte er. Bezirkbeirätin Werner betonte: „Der Nahverkehr ist für uns alle dringend verbesserungswürdig und sollte schnellstens in Angriff genommen werden.“ Bezirksbeirätin Liebscher erklärte: „Viele Punkte, die angesprochen wurden, sieht die Politik auch so. Die Bezirksbeiräte wissen aber, dass diese nicht einfach umgesetzt werden können.“ Lösungsvorschläge wollten die Politiker nicht unterbreiten. Schließlich sei unklar, wer dem neuen Bezirksbeirat nach der Kommunalwahl angehöre. Daher wollte man „keine Zusagen machen, die der neue Bezirksbeirat vielleicht ganz anders sieht“.