Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim Erstes Treffen der Gewerbetreibenden verläuft eher enttäuschend

Stärkere Vernetzung; als Aufgabe

Archivartikel

Nur etwas mehr als eine Hand voll Gewerbetreibende war ins Bistro George im Atelier Mirenes Art gekommen zum ersten Treffen der Gewerbetreibenden, Selbstständigen und Freischaffenden in Neuostheim, organisiert vom Stadtteilverein. Vorsitzender Stefan Bickmann erklärte, worum es dem Stadtteilverein Neuostheim geht, nämlich um ein „MiteinanderFüreinander“.

Schlummerndes Potenzial

Der Stadtteilverein habe das Thema „Gewerbe in Neuostheim“ lange vor sich her geschoben. Deshalb sei er Mitglied Ulrike Thomas sehr dankbar für ihre Initiative. Doch die geringe Resonanz sei „enttäuschend und auch traurig“. „Auf der einen Seite jammern die Geschäftsleute oft herum, dass nie was kommt und dann sind sie nicht bereit, hierher zu kommen“, kritisierte Bickmann.

Zum örtlichen Gewerbeverein ADG (Aktionsgemeinschaft der Gewerbetreibenden Mannheim-Ost e.V.) erklärte er: Er selbst, und auch sein Kassenprüfer Luigi Iannuzzi, der in Neuostheim ein Maßatelier betreibt, seien früher Mitglied bei der ADG gewesen. Doch sie seien dort ausgetreten, „weil die ADG für Neuostheim nie etwas getan hat“. „Die ADG könnte deshalb auch Neuostheim streichen aus ihrem Briefkopf“, meinte Bickmann.

Auf der anderen Seite gebe es in Neuostheim „ein schlummerndes Potenzial zu entdecken, das aber kaum jemand kennt“. Immer wieder fordere der Stadtteilverein die Bürger auf, einen Teil ihres Budgets in den Geschäften in Neuostheim zu lassen und nicht ihr Geld woanders hinzutragen. Es sei wichtig, dass es noch eine Nahversorgung gebe, Menschen, denen die Bürger vertrauen könnten, wo man nicht übers Ohr gehauen werde. „Es gibt mehr Gewerbetreibende hier, als man denkt“, so der Vorsitzende.

Um deren Arbeit sichtbarer zu machen, sei eine stärkere Vernetzung angestrebt. Dies könnte unter dem Dach des Stadtteilvereins geschehen, in dem erste Überlegungen dazu diskutiert worden seien. Initiatorin Thomas ergänzte: „Vernetzung ist wichtig, damit der Stadtteil ein bisschen lebendiger wird.“ Dies sei auch das Anliegen des Stadtteilvereins. Bickmann erklärte: „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und die Gewerbetreibenden, Selbstständigen und Freischaffenden in Neuostheim zu einem zweiten Treffen einladen.“ Außerdem werde eine bessere Präsenz des Gewerbes bei der Langen Nacht der Kultur und Genüsse in Neuostheim angestrebt.

Stadtteilplan als Idee

Organisatorin Margoth Werner berichtete: „Die Lange Nacht 2016 war ganz mau, deshalb wurde 2017 nichts organisiert.“ Die Lange Nacht 2018 sei dann „eine kleine, edle Fressmeile gewesen, die ein bisschen Leben in den Stadtteil gebracht“ habe. Bei der Langen Nacht am 9. November 2019 werde auch der Flugplatz wieder mitmachen. Interessierte Geschäftsleute können sich bei Margoth Werner melden unter margoth.werner@web.de.

Darüber hinaus wurde überlegt, einen Stadtteilplan herauszugeben, in dem alle örtlichen Anbieter von Waren und Dienstleistungen von den Banken über die Geschäfte, bis zu den Handwerkern, Künstlern und Praxen vertreten sind. Entsprechende Angebote sollen eingeholt werden.