Neuostheim / Neuhermsheim

Neuhermsheim Kühl-Ausfall im Netto-Supermarkt am Dehof-Platz / Kunden reagieren auf die Panne überwiegend gelassen

Tausende Waren kaputt gegangen

Nach einem Ausfall der Kühlung im Netto-Supermarkt in Neuhermsheim müssen jetzt tausende Waren entsorgt werden. Die extrem heißen Sommertemperaturen hatten Teile des Kühlsystems auch bei dem Discounter am Gerd-Dehof-Platz samt Klimaanlage lahmgelegt.

„Nicht nur wir, sondern auch andere Supermärkte in Mannheim hatten Probleme durch die außergewöhnlich hohen Temperaturen“, sagte Filialleiterin Hermann. Die Regale mit Kühlprodukten mussten alle geräumt werden, bestätigte sie. Am Montag waren die Reparaturarbeiten laut Hermann zwar abgeschlossen, doch das Kühlsystem kann erst langsam wieder hochgefahren werden. „So etwas haben wir noch nie gehabt“, so die Filialleiterin.

Betroffen ist ein Markt der Netto Marken-Discount AG & Co. KG-Handelskette. Alle Kühlsysteme der Handelsgruppe seien nach dem gleichen Prinzip aufgebaut und arbeiteten üblicherweise zuverlässig, sagte Verkaufsleiter Timo Paternoga. Dass viele Kühlsysteme die extremen Temperaturen nicht mehr bewältigen konnten, sei nun leider mal so. Er könne die Kunden verstehen, die sich darüber ärgern, dass die Regale leer seien. Wie hoch der finanzielle Schaden durch den Ausfall ist, wollte man nicht sagen. „Die Waren mussten jedenfalls entsorgt werden, denn so verlangt es der rechtliche Rahmen“, so Paternoga.

Waren woanders besorgt

Die Kunden sahen das Problem teils gelassen. „Ich habe es gemerkt beim Einkauf für das Wochenende, dass das Kühlsystem nicht funktionierte und die Waren kaputt waren, weil sie nicht gekühlt waren“, sagte Doris Welcker. Sie ist 86 Jahre alt und hat kein Auto. Deshalb habe ihre Tochter woanders die frischen Sachen für sie besorgt und ihr gebracht. „Man kann sich immer behelfen“, fand die Seniorin. Sie habe zu Hause auch immer etwas Eingefrorenes auf Lager. „Ich sehe das nicht so eng wie andere“, sagte sie.

Nicht ganz so entspannt sah dies „MM“-Leser Robert Boy: „Ein Vorort mit mehreren 1000 Einwohnern ohne richtige Einkaufsmöglichkeit, noch dazu der einzige Einkaufsmarkt am Ort – mir tun nur die alten Leute leid, die kein Auto haben zum Einkaufen“, schrieb er an die Zeitung. Obst und Gemüse seien in schlechter Verfassung gewesen. Für Renate Luft war der Ausfall der Kühlung indes „kein Weltuntergang“. „Man kann immer irgendwo einkaufen“, meinte sie. Sie habe zum Glück schon vor dem Wochenende eingekauft und die paar noch fehlenden Frischeartikel woanders besorgt. „Wenn man natürlich alles auf den Samstag legt, kann es passieren, dass es schwierig wird, aber es gibt Schlimmeres“, meinte die Neuhermsheimerin. Kundin Sylvia Grobe erklärte, sie habe nur mit dem Kopf geschüttelt, als sie gehört habe, dass manche Leute angeblich Probleme durch den Ausfall der Kühlung hätten. „Das kann doch mal passieren bei der Hitze“, sagte sie. Gott sei Dank habe die Filialleiterin schnell reagiert. Die Stammkundin fand es außerdem „mal ganz gut, dass alle Waren raus genommen wurden“. Grobe: „Alles sieht wieder picobello aus, das muss man nicht so eng sehen.“