Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim/Neuhermsheim Evangelische Gemeinde begrüßt Pfarrerin Nina Roller

Thomas als Lebensthema

„Es ist der 1. September 2019 – vor 80 Jahren war der deutsche Überfall auf Polen, der sich zum Zweiten Weltkrieg ausweitete und zu einer in der Menschheitsgeschichte beispiellosen Zerstörung führte“, erklärte Pfarrer Stefan Scholpp beim Gottesdienst am vergangenen Sonntag im Evangelischen Gemeindezentrum Neuhermsheim. Man wollte dem Thema nicht ausweichen, auch wenn es für die Thomasgemeinde eigentlich ein Tag der Freude war. Denn im Gottesdienst wurde auch Pfarrerin Nina Roller vorgestellt, die am 1. September ihren Probedienst in der Gemeinde von Neuostheim und Neuhermsheim aufgenommen hat.

Volles Deputat

Zu ihrem Lebensweg erklärte Scholpp: Nina Roller wurde 1986 in Calw geboren. Sie studierte in Ludwigsburg, Heidelberg und Berlin. Von 2017 bis 2019 absolvierte sie ihr Lehrvikariat in Litzelstetten am Bodensee. „Seit dem 1. September ist Nina Roller mit einem vollen Deputat in der Thomasgemeinde eingesetzt“, sagte Scholpp.

Die junge Theologin wird nun Pfarrer Stefan Scholpp, der eigentlich an der ChristusFriedenGemeinde tätig ist und lediglich die Vakanzvertretung in Neuostheim übernommen hat, in der Wahrnehmung der vielen Aufgaben unterstützen: Gottesdienste feiern, Unterricht geben, Menschen begleiten. Sie ist in der Seelsorge und im Gemeindeaufbau aktiv sowie in allen Gremien beratendes Mitglied. Pfarrer Scholpp bekräftigte daher: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Nina Roller, weil mich das enorm entlastet und auch weil ich hier in der Gemeinde lauter strahlende Gesichter sehe, evangelische und katholische aus Neuostheim und Neuhermsheim.“

Grundsätzlich ist die Pfarrstelle seit dem Weggang der letzten Inhaberin (Pfarrerin Martina Egenlauf-Linner, die jetzt in der MarkusLukasGemeinde auf dem Almenhof arbeitet) nunmehr bereits im dritten Jahr vakant. Pfarrerin Roller betonte: „Ich freue mich sehr, hier zu sein.“ Als sie im Juli die Nachricht erhalten habe, sei sie in Jubel ausgebrochen. „Weil Mannheim eine lebenswerte Stadt ist und vor allem wegen der Thomasgemeinde.“

Thomas sei ihr Lieblingsjünger, sagte Roller. Das Thomasthema habe sie ihr ganzes Leben beschäftigt: bei ihrer ersten Predigt beim Universitäts-Gottesdienst in Berlin, beim Flüchtlingsthema in Kreuzberg und auch im Vikariat – deshalb habe sie auch Theologie studiert. „Ich bin froh, das Thema auch hier in der Thomasgemeinde wieder einbringen zu können und Neues zu lernen – ich bin gespannt und froh hier zu sein“, betonte Roller.

Beim anschließenden Beisammensein, nutzen die Neuhermsheimer und Neuostheimer die Gelegenheit, die neue Pfarrerin kennenzulernen. Sie geht offen und herzlich auf die Menschen zu, zeigte sich aber auch sehr nachdenklich, wie bei ihrer Predigt zur Hiobsgeschichte.

Auf die Frage an Pfarrer Scholpp, ob die Aussicht besteht, dass die Thomasgemeinde in naher Zukunft wieder eine feste Pfarrstelle haben wird, erwiderte er: „Das wäre wünschenswert.“ Der Weggang von Vorgängerin Nadine Ueberschaer sei für die Gemeinde natürlich eine Enttäuschung gewesen, zumal die Zusammenarbeit gut funktioniert habe.

Immer befristet

Stefan Scholpp erläuterte: Bevor die Pfarrer und Pfarrerinen nach ihrer Ausbildung eine eigene Gemeinde übernehmen, arbeiten sie erst mal anderswo im Probedienst. Dieser Einsatz sei daher immer befristet. Nina Roller werde jetzt exakt in derselben Rolle wie ihre Vorgängerin in der Neuostheimer Gemeinde tätig sein.

Auch Vorgängerin Nadine Ueberschaer sei nur vorübergehend zur Mithilfe in der Vakanzvertretung in Mannheim tätig gewesen: Sie war als Pfarrerin im Probedienst vom April 2017 bis August 2018 in der evangelischen Thomasgemeinde eingesetzt.

Nadine Ueberschaer wirkt derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Greifswald am dortigen Lehrstuhl für Neues Testament. Scholpp betonte, man müsse nun Pfarrerin Roller und der Gemeinde Zeit für eine Orientierung geben. „Dass Nina Roller bleibt, wäre natürlich naheliegend“, sagte er am Ende noch.