Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim Stadträte Thomas Hornung und Holger Schmid zu den Umbaumaßnahmen auf der Theodor-Heuss-Anlage

„Wir brauchen zwei Spuren“

Die Umbaumaßnahmen auf der Theodor-Heuss-Anlage haben begonnen. Laut Stadtverwaltung ist beschlossene Sache, dass die Straße kurz vor der ersten Fußgängerampel nach dem Kreisel in Richtung Neuostheim einspurig werden wird. Die Stadträte Thomas Hornung (CDU) und Holger Schmid (ML) sind empört über das Vorgehen der Verwaltung.

Bei einem Informationsrundgang Anfang August mit dem Stadtteilverein Neuostheim hatten Oliver Sachs, Abteilungsleiter Neubauprojekte der Stadt, und Ulrike Kleemann vom Fachbereich Stadtplanung erklärt, eine Sanierung des Radweges in Richtung Neuostheim würde zum Absterben der Bäume führen. Deshalb habe sich die Stadtplanung dazu entschlossen, die Straße in beiden Richtungen zu erneuern und einen Radweg Richtung Neuostheim ebenerdig auf der Straße aufzuzeichnen. Das führt dazu, dass die Theodor-Heuss-Anlage kurz vor der ersten Fußgängerampel nach dem Kreisel in Richtung Neuostheim einspurig werden wird (wir berichteten). Rückstauungen sind laut Stadt nicht zu befürchten. Bei 7000 Fahrzeugen täglich in beide Richtungen seien zwei Spuren für den motorisierten Individualverkehr (MIV) überdimensioniert. CDU und Mannheimer Liste haben dagegen Änderungsanträge im Gemeinderat eingereicht.

Bereits im September 2018 habe er eine Anfrage bezüglich der Grundlage, auf dem das Vorhaben basiert, gestellt, sagt Hornung. Dies habe die Verwaltung bis heute nicht beantwortet. Lediglich Bürgermeister Lothar Quast habe dazu bei der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) kurz erklärt, die Überlegungen der Stadt müsse der AUT nicht beantworten. Die Einzeichnung eines Radweges auf der Straße sei ein reines Verwaltungshandeln. Doch Quast habe zugesagt, den Punkt im nächsten AUT am 24. September auf die Tagesordnung zu setzen.

Stadtteil nicht abhängen

„Doch das heißt noch lange nicht, dass dann im AUT auch ein Beschluss erfolgt, das kann man mit dem Gemeinderat so nicht machen“, schimpft Hornung. 7000 Fahrzeuge am Tag seien zwar der normale Alltagsverkehr aber nicht die Zahl von Autos bei Veranstaltungen. „Bei Spielen des SV Waldhof sowie bei Veranstaltungen in der SAP-Arena, im Luisenpark oder Technoseum, aber auch beim Oktoberfest brauchen wir die zwei Spuren, um den Verkehr schnell abfließen zu lassen“, betonten Hornung und Schmid. Zumal es auch noch keinen Verkehrsplan – beispielsweise für Spiele des SV Waldhof oder die Bundesgartenschau gebe. „Es kann nicht sein, dass halb Neuostheim bei großen Veranstaltungen abgehängt wird“, sagte der in Neuostheim wohnende Stadtrat Schmid. Er fürchtet Chaos und, dass sich kein Radfahrer mehr sicher fühlen wird. Vor allem aber wollen die beiden Stadträte nicht, „dass das Auto gegen das Rad ausgespielt wird“. „Wir sind für eine deutliche Radwegverbindung, dass Radfahrer sicher fahren können.“

Ihr Vorschlag ist es, die Radwege in beide Richtungen auf die andere Seite zu verlegen. Vom Gartenschauweg bis zum Carl-Benz-Stadion sei dafür genügend Platz, wie auch für einen Fußweg. „Das ist eine separate Maßnahme und könnte direkt in jede Haushaltsberatung gehen“, so Hornung.