Neuostheim / Neuhermsheim

Neuostheim Bezirksbeirat gibt Zustimmung für den Bebauungsplan im Gewerbegebiet südlich der Seckenheimer Straße

Zusätzlicher Einzelhandel ausgeschlossen

Archivartikel

Das Möbelhaus Segmüller in Neuostheim zieht ins Columbus-Quartier auf dem Franklin-Gelände in Käfertal. Gelegenheit für die Stadtplaner, das Gewerbegebiet rund um den bisherigen Standort südlich der Seckenheimer Landstraße neu zu ordnen – ohne Wohnungsbau und ohne zusätzlichem Einzelhandel, aber mit Möglichkeiten für Büros, Dienstleistung sowie weitere Gewerbeansiedlungen. Dem neuen Bebauungsplan hat jetzt der Bezirksbeirat Neuostheim/Neuhermsheim unter der Leitung von Bürgermeisterin Felicitas Kubala seine Zustimmung gegeben, weitere Beratung und der Beschluss erfolgen im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Gemeinderates am 19. März.

Zentrenkonzept greift

„Segmüller wird nicht ersetzt durch ein anderes Möbelhaus“, betonte Stadtplaner Markus Grein in der Sitzung des Stadtteilgremiums im Bistro des Thomas Carées. Im neuen Bebauungsplan greife das Zentrenkonzept, das Einzelhandel mit „nahversorgungsrelevanten Sortimenten“ ausschließen soll. Außerdem soll zwischen Seckenheimer Landstraße und Hans-Thoma-Straße kein weiterer Wohnungsbau zugelassen werden.

„Das ist kein Wohnungsbaustandort, und wird auch keiner werden, Gewerbe und Wohnen verträgt sich hier nicht“, betonte Grein. Schon aus Lärmschutzgründen komme es jetzt schon zu Konflikten. Allerdings gelte Bestandsschutz für bestehende Wohnungen, den Gartenbaumarkt sowie die drei Lebensmittel-Supermärkte im Gewerbegebiet. Allerdings sei die Größenordnung der Einzelhandelsgeschäfte festgelegt, Sanierung möglich, Erweiterung nicht. Für die Freie Baptistengemeinde gebe es keine Einschränkungen, erklärte Grein auf Nachfrage von Bezirksbeirätin Martin Sturm (CDU).

Für mögliche Neubauten von Büros und Dienstleistungsfirmen gelte erstmalig eine Festsetzung für die Grün- und ökologische Gestaltung, erläuterte der Stadtplaner dem Bezirksbeirat. 20 Prozent Freihaltung bei Neubauten, das Pflanzen von Bäumen sowie begrünte Flachdächer, als Alternative Fotovoltaik und begrünte Fassaden, seien Bedingung.

„Es gibt keine Vorgaben für die Verkehrsführung“, kritisierte Bezirksbeirätin Margot Liebscher (SPD). Grein: „Die Verkehrsflächen sind festgesetzt, da gibt es keine Veränderungen.“ Auch für eine verbesserte Anbindung des Gewerbegebietes an den öffentlichen Nahverkehr durch Busse sieht die RNV im Moment keinen Bedarf.

Studentisches Wohnen

„Ist studentischen Wohnung nicht möglich?“, fragte Harry L. Kroiß (SPD) mit Blick auf die besondere Wohnungssituation der Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Die DHBW habe Erweiterungsmöglichkeiten südlich der Hans-Thoma-Straße. Die einzige Möglichkeit für ein Studentenwohnheim sieht Grein allerdings nur im Dreieck-Areal an der Trübnerstraße, das außerhalb des Bebauungsplans liegt. „Aber ein Studentenwohnheim ist kein Projekt der Stadt Mannheim. Und auch das Land und die DHBW sehen hier keinen Bedarf“, ergänzte der Städtebauexperte.

Auch für ein Dauerärgernis, die so genannte „Hühnerleiter“, den alten Fußgängerüberweg von der RNV-Haltestelle zur Hochschule, sieht Grein keine kurz- oder mittelfristige Lösung, frühestens vielleicht ab 2025. Eine von der Stadt erarbeitete ebenerdige Querung mit Kreisel will Baden-Württemberg nicht, das müsste Mannheim finanzieren. „Und dafür haben wir derzeit keine finanziellen Mittel verfügbar“, sagte Markus Grein.