Olympia

Biathlon Olympia-Gold zahlt sich nach den Spielen für Laura Dahlmeier aus / Vielleicht geht die 24-Jährige auf Weltreise

„Lebe nicht in Saus und Braus“

Pyeongchang.Laura Dahlmeier begeistert mit ihrer Siegesserie bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang ganz Deutschland – und tut ganz nebenbei noch Gutes für ihr Bankkonto. Pro Goldmedaille gibt es eine Prämie der Sporthilfe von 20 000 Euro. Noch wesentlich mehr dürfte es nach dem bei Olympia geltenden Werbeverbot von ihren Geldgebern und Ausrüstern oder Sponsoren geben. In vielen Sportlerverträgen gibt es erfolgsabhängige Sonderzahlungen.

Dass Laura Dahlmeier nach Olympia erstmal so richtig Einkaufen geht, ist freilich nicht zu erwarten. „Ich lebe nicht in Saus und Braus: Und ich bin auch nicht der Typ Frau, der sagt: ‚Jetzt habe ich einen Weltcup gewonnen, jetzt gehe ich erstmal shoppen’“, hat sie erklärt. Stattdessen sucht die Frau, die eine eigene Wohnung im Haus ihrer Eltern hat, oft die Ruhe der geliebten Berge in ihrer bayerischen Heimat. Oder gibt ihr Geld für exotische Bergurlaube wie in die Anden oder davor nach Nepal aus. Auch eine Weltreise steht auf dem Wunschzettel.

Angemessenes Preisgeld

Genügend Geld für die Trips um den Globus sammelt sie jedenfalls schon jetzt ein. Im vergangenen Winter krönte sich mit fünfmal Gold zur erfolgreichsten Biathletin der Geschichte bei einer WM, gewann die meisten WM-Medaillen in Serie, wurde zur erfolgreichsten deutsche Skijägerin und gewann den Gesamtweltcup – alles garniert von gut 300 000 Euro allein an Preisgeld.

Laura Dahlmeier findet es durchaus angemessen, dass sie jetzt so gut verdient: „Wenn ich aufhöre, bin ich vielleicht 30. Das heißt, ich werde ganz von vorn anfangen. Das ist halt ein anderes Leben als das von jemandem, der direkt nach der Schule oder dem Studium in den Beruf einsteigt. Deshalb ist es gut, dass ich mir einen finanziellen Puffer aufbaue, jetzt, wo ich mehr Geld verdiene.“ Die intelligente Frau hat ihr Abitur mit der Durchschnittsnote von 1,9 abgeschlossen – und könnte nach ihrer sportlichen Karriere zum Beispiel studieren. Vielleicht ist das Karriereende ja gar nicht mehr so weit: „Heute ist heute. Jetzt bin ich Olympiasiegerin, das war mein großer Kindheitstraum. Ich weiß nicht, was ich morgen mache. Ich weiß nicht, was ich nächstes Jahr mache.“

Insgesamt werden sich Laura Dahlmeiers Karriere-Einnahmen nach dieser Saison auf eine Summe im Millionenbereich summiert haben – aber das Geld muss ja auch noch versteuert werden. Und wenn man das Ganze ins Verhältnis zur TV-Präsenz der Fernsehsportart setzt, ist es echt wenig. Bei ihrem ersten Olympiasieg von Pyeongchang begeisterte sie im ZDF 6,52 Millionen TV-Zuschauer, das war ein Marktanteil von 44,2 Prozent.

Kein Neid auf Fußballer

Das liegt über den Quoten der Samstags-Sportschau über die Fußball-Bundesliga, vom jährlichen Salär von über zehn Millionen Euro von Bayern-Stars wie Thomas Müller oder Robert Lewandowski kann Laura Dahlmeier allerdings nur träumen. Wenn sportlich alles perfekt läuft, kann sie geschätzt eine mittlere sechsstellige Summe im Jahr vor Steuern verdienen. Tauschen möchte sie trotzdem „keine Sekunde“ mit den Kickern: „Viele Fußball-Stars haben ja gar kein Privatleben mehr. Die gehen in den Supermarkt und der ganze Laden flippt aus. Bei mir wird das Interesse auch immer größer, aber es hält sich noch in Grenzen. Ich finde es schön, dass sie mitfiebern, aber natürlich möchte ich auch ein gutes Stück meiner Privatsphäre behalten.“

Der DSV zahlt eine Extraprämie für große Erfolge wie einen Olympiasieg zwischen 5000 und 10 000 Euro. Und dann ist da ja auch noch das Gehalt, was Laura Dahlmeier als Zollbeamtin bekommt. All das summiert sich und Laura Dahlmeier findet das auch angemessen: „Geld sollte nie die Motivation Nummer eins sein. Aber mit Biathlon lässt sich sicher gutes Geld verdienen. Und ich finde das auch richtig. Es wird dafür nämlich auch viel gefordert.“