Oststadt / Schwetzingerstadt

Schwetzingerstadt Öffentlicher Bücherschrank bei der Friedenskirche eröffnet

Bibel im Angebot – ganz ohne Ausleihfristen

Es gibt sie mittlerweile in nahezu jeder größeren Stadt: öffentliche Bücherschränke. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial: Bereits gelesene Exemplare können in den Schrank gestellt werden und müssen so nicht im eigenen Wohnzimmer verstauben. Andere, noch unbekannte Bücher können mitgenommen werden – ganz ohne Leihfristen, Gebühren oder andere Hürden.

Ein Besuchermagnet

Diese Idee des Teilens und Tauschens bringt viele Vorteile mit sich: Sie eröffnet eine Möglichkeit weg von unserer heutigen Wegwerfgesellschaft zu mehr Nachhaltigkeit, fördert das Lesen und im besten Fall sogar das Miteinander der Menschen. Da dies ganz im Sinne der evangelischen ChristusFriedenGemeinde ist, hat diese nun einen öffentlichen Bücherschrank vor der Friedenskirche in der Traitteurstraße eröffnet. Und der erweist sich als echter Besuchermagnet.

Die Idee dazu entstand bei der Zukunftskonferenz der Gemeinde 2014. Seitdem hatte die Vorsitzende des Ältestenkreises, Brigitte Hohlfeld, immer wieder dafür geworben. Bei der Umsetzung geholfen haben der Bezirksbeirat Schwetzingerstadt/Oststadt mit 2500 Euro und die Stiftung Christuskirche – Kirche Christi mit 2000 Euro.

Dank ihrer großzügigen finanziellen Zuwendungen konnte ein solider, wetterfester und ästhetisch ansprechender Bücherschrank der Genossenschaft Urbanlife e.G. aus Köln erworben und vor dem Hauptportal der Friedenskirche aufgestellt werden. Pfarrerin Maibritt Gustrau hat als erstes Buch eine Bibel eingestellt und will dafür sorgen, dass immer eine im neuen Bücherschrank vorzufinden ist.

„Der Bücherschrank steht allen Bürgern und auch den Gastgemeinden unserer interkulturellen Gemeinde aus Kamerun, Äthiopien, Korea und Ungarn im ebenso interkulturellen Stadtteil zur Verfügung“, betonte sie. Es können Bücher entnommen werden, um sie zu Hause zu lesen, oder um gleich auf der Bank dahinter, die das Grünflächenamt der Stadt Mannheim zur Verfügung gestellt hat, einen Blick hinein zu werfen. Aber es können auch ausgelesene Bücher von zu Hause eingestellt werden.

„Mich faszinieren an diesem Schrank zwei Dinge“, sagte Pfarrerin Maibritt Gustrau beim Termin vor Ort: „Erstens ist das ein Ort, der gut ist für Überraschungen. Vielleicht stößt man hier auf ein Buch, das man schon immer mal lesen wollte, aber bisher keine Gelegenheit hatte. Und zweitens sind die Bücher niemandes Eigentum: alles in dem Schrank gehört allen. Das ist sehr besonders“, betont sie.

Kompetenter Pate gefunden

Mit Klaus Hohlfeld wurde auch sogleich ein kompetenter Pate für den Bücherschrank gefunden. Der ehemalige Leiter der Stadtbibliothek Mannheim sorgt dafür, dass kein „Müll“ im Schrank landet: Schmuddelkram, Hetze oder dergleichen. Er schaue jeden Freitag mal durch, doch er mache sich nicht viel Sorgen. „Der Durchlauf ist gut“, freute er sich.

Gerade letzte Woche hat Hohlfeld selber aus seinem reichen Fundus wieder etwas in den Schrank hinein getan und gestaunt, wie schnell die Bücher weg waren. Das Angebot ist bunt gemischt, es reicht von Belletristik, über Fachliteratur bis hin zu Kinder- und Jugendbüchern, die immer besonders schnell weg sind. ost