Oststadt / Schwetzingerstadt

Schwetzingerstadt Unbekannte nutzen Kopernikus-Gelände als Toilette / Unterschriftenaktion gestartet

Ekel-Alarm: Eltern klagen über dreckigen Spielplatz

Archivartikel

Im Kindergarten St. Elisabeth gab es kurz vor den Pfingstferien einen erheblichen Wasserschaden. Wegen der umfangreichen Sanierungsarbeiten im Gebäudeinneren, die noch bis zum September dauern werden, und weil der Kindergartenhof für alle 60 Kinder zu klein ist, muss der nahegelegene Kopernikus-Spielplatz, der schon immer vom Kindergarten genutzt wird, jetzt noch intensiver aufgesucht werden. „Doch der Spielplatz ist in einem absolut heruntergekommenen Zustand“, zeigten Vertreter des Elternbeirats bei einem Rundgang.

Scherben und Spritzen

In der Schwetzingerstadt gebe es ohnehin kaum geeignete Flächen zum Spielen für ganze Kindergartengruppen – umso ärgerlicher sei es, wenn der einzige ordentlich abgezäunte Spielplatz als öffentliche Toiletten missbraucht wird. Aber nicht nur wegen der Verunreinigungen durch menschliche Exkremente, Glasscherben und Drogenspritzen könnten die Kinder dort nicht Ball spielen, sondern auch der Bolzplatz, auf dem es weder Tore noch Basketballkörbe gibt, sei für Kinder nicht bespielbar, weil der Asphaltboden komplett aufgebröselt und dadurch sehr rutschig ist. „Spätestens wenn das erste Kind die Knie aufgeschlagen hat, ist es vorbei mit dem Spiel“, berichtete Eva Wölfer.

Die Eltern hatten das Grünflächenamt um Abhilfe gebeten, aber nicht nur aus Eigeninteresse, wie sie betonten. Denn nicht nur vom Kindergarten St. Elisabeth werde der Platz genutzt, sondern von vielen anderen Kindereinrichtungen und auch Privatpersonen in einem der kinderreichsten Stadtteile in Mannheim. Doch die Antwort sei ernüchternd gewesen, so Torsten Neumann. Danach sei in den nächsten zehn Jahren keine Sanierung, Erneuerung oder Umgestaltung des Kopernikus-Spielplatzes vorgesehen. Die Stadt habe auch kein Geld für Tore oder Basketballkörbe.

Der Spielplatz wird durch eine Fremdfirma gereinigt, und zwar seit April dreimal sowie und im Winter zweimal die Woche. „Doch was nützt es, wenn nur die Papierkörbe geleert werden, aber Rasen und Gebüsch nicht vom Müll befreit werden?“, fragte Anna Vogt. Auch draußen um den Spielplatz herum liege jede Menge Unrat; dort sei seit mehreren Wochen nicht mehr gereinigt worden.

Angelockt durch die wilden Müllablagerungen tummelten sich auch Ratten auf dem Gelände. Widerlich sei der Gestank, der über dem Platz wabert, klagen die Eltern. Die ekligen menschlichen Hinterlassenschaften finden sich überall dort, wo sonst Kinder unbeschwert spielen: in den Hecken, auf dem Rasen und bei den Sitzbänken. Fäkalien wohin das Auge blickt. Vor allem die Hecken sind überhäuft mit menschlichem Kot und benutztem Toilettenpapier. Die Eltern zeigten sich besorgt. „Es wird wärmer, und die Hinterlassenschaften könnten eine gesundheitliche Gefahr für die spielenden Kinder sein“, sagten sie. Um eine weitere Verschmutzung zu verhindern, sollte der Spielplatz zumindest freigeschnitten und wild wucherndes Gebüsch entfernt werden. Durch die bessere Einsicht von außen könnten potentielle Verunreiniger künftig davon abgehalten werden, ihre Notdurft auf dem Spielplatz zu verrichten. Der Elternbeirat hat eine Unterschriftenaktion gestartet.