Oststadt / Schwetzingerstadt

Oststadt Digitale Gesundheit am KFG trainiert

Fit machen für das Surfen im Netz

Chatten, surfen, posten, liken – worüber die ältere Generation häufig nur unverständlich den Kopf schüttelt, gehört für die meisten Teenager in Deutschland zum Alltag. Viele von ihnen sind täglich in sozialen Netzwerken aktiv und genießen den schnellen, unkomplizierten Austausch mit Gleichgesinnten. Dass sie dabei zahlreiche persönliche Informationen über sich preisgeben und auch die mentale Gesundheit Schaden nehmen kann, ist den Jugendlichen jedoch häufig nicht bewusst.

In Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland haben die Krankenkasse Barmer und das Social Impact Start-up BG3000 das Präventionsprojekt „Immer online – nie mehr allein?“ ins Leben gerufen, das mit der Durchführung von sogenannten „DIGI CAMPS“ an Schulen die Chancengleichheit und digitale Bildung für alle Kinder vorantreiben will.

Experten geben Tipps

In interaktiven Workshops lernen die Schüler, worauf sie beim Surfen im Netz achten müssen: „In den DIGI CAMPS stärken wir Heranwachsende für einen bewussten Umgang mit den Neuen Medien, und zwar ohne erhobenen Zeigefinger“, erklärt Marion Busacker, Sprecherin der BARMER in Baden-Württemberg. „Wenn die Schüler die Risiken der Digitalisierung kennen, dann können sie ihre Chancen nutzen, auch für eine gesündere Lebensweise.“ Um eine ganzheitliche und nachhaltig wirksame Präventionskultur zu etablieren, findet ergänzend zu den Schüler-Workshops eine Informationsveranstaltung für Eltern statt; Workshops für Lehrer sind in Planung. Bei den Workshops können die Schüler aus einem vielfältigen Angebot wählen – von einem YouTube-Kurs über Workshops zu den Themen Smart Photography und Bloggen bis zu einem Seminar über den Umgang mit der Präsentationssoftware „Prezi“. Angeleitet werden sie dabei nicht nur von Medienpädagogen, Psychologen, Ernährungs- und Fitnessexperten, sondern auch von ihren eigenen Vorbildern, den YouTube-Stars und Influencern.

Amélie Scherer, Schülerin der neunten Jahrgangsstufe, hat sich für den Youtube-Workshop entschieden. Gemeinsam mit ihrer Gruppe produziert sie ein Video zum Thema digitale Sicherheit, in dem sie vor allem auf den Scheincharakter vieler Beiträge in sozialen Netzwerken hinweist. Einige Räume weiter schreiben Mitschüler fleißig an ihrem ersten WordPress-Beitrag. Bloggerin Laura Brodda, die den Kurs leitet, freut sich über die Kreativität, die die Jugendlichen dabei an den Tag legen: „Die Themen, über die geschrieben werden, sind ganz unterschiedlich: von Healthy Living über Autos, Bücher, Musik und Fitness bis zum Thema Selbstakzeptanz ist alles dabei.“

Das KFG ist nach der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried und der Tulla-Realschule bereits die dritte Schule in Mannheim, an der ein DIGI CAMP durchgeführt wird. „Am Karl-Friedrich-Gymnasium sind wir bereits seit längerem bestrebt, informationstechnische Bildung und digitale Prävention in unser Schulcurriculum zu integrieren“, so der stellvertretende Schulleiter Patrick Zegermacher. „Umso mehr gefällt uns, dass unsere Schüler nun die Gelegenheit haben, im kreativen Umgang in den Workshops die digitale Welt und ihre Risiken und Chancen besser verstehen zu lernen.“