Oststadt / Schwetzingerstadt

Schwetzingerstadt Schulleiter Rolf Schönbrod von der Pestalozzischule mit einem bunten Zirkusfest verabschiedet

Für seine Schüler war er „wie ein Vater“

Archivartikel

Die Schule ein Zirkus: Mit Akrobatik, einer Feuerschau und tollen Gesangseinlagen von Schülern und Lehrern wurde der Schulleiter der Pestalozzischule, Rolf Schönbrod, in den Ruhestand verabschiedet. Konrektorin Cathrin MacAllister konnte im Zirkuszelt auf dem Schulhof neben Bildungsbürgermeisterin Ulrike Freundlieb und Schulrätin Miriam Aakerlund auch Vertreter des Personalrats und des Fachbereichs Bildung, Schuldekan Andreas Weisbrod, Kollegen und Ehemalige, Schüler und Eltern begrüßen.

Schulrätin Aakerlund beleuchtete die Karriere des „hochverdienten Pädagogen“, der für seine Schüler „wie ein Vater“ war. Er habe beruflich und privat sein Wirken immer auf die Kinder ausgerichtet, und zwar von Jugend an. Seine vielfältige Arbeit habe er immer am Thema Menschlichkeit und Natur ausgerichtet (Schönbrod ist privat Vorsitzender der Naturfreunde Mannheim), berichtete die Schulrätin.

Einst Schüler am Moll-Gymnasium in Mannheim, ist Schönbrod seinem Wohnort treu geblieben (bis auf Anfänge als Lehrer ab 1976 an der Grund- und Hauptschule in Weingarten. Von 1982 war er dann an der Pestalozzischule tätig als Klassenlehrer, Verbindungslehrer, Mentor, Fachlehrer für Musik und Chorleiter. 2009 wurde er zum Konrektor und 2011 zum Rektor der Schule ernannt. „Es fällt allen schwer, sie gehen zu lassen“, bekannte Aakerlund. Als Mensch und Schulleiter genieße er ein hohes Ansehen, wie die vielen positiven Beurteilungen zeigten.

Bildungsbürgermeisterin Ulrike Freundlieb erklärte, die Pestalozzischule sei eine ganz besondere Schule, eine mit 100-jähriger Tradition, die Rolf Schönbrod in 38 Jahren wesentlich mitgeprägt, nachhaltig ausgerichtet und auf die Zukunft vorbereitet habe. Nun laufe die Werkrealschule aus und die Grundschule habe sich auf den Weg zur Ganztagsschule gemacht. Mit knapp 500 Schülern, davon weit über die Hälfte mit Migrationshintergrund, sei „die Pestalozzischule eine lebendige, bunte Schulgemeinschaft“. Schönbrod habe sich den Herausforderungen gestellt – durch Alphabetisierungskurse und weitere Projekte zur Integration. Neben Sprachförderung gehöre dazu auch ein soziales Miteinander. Schönbrod habe die „Bausteine gesetzt“ für einen integrierten Schulcampus, der soziale Herkunft und Bildungserfolg im Sinne von Bildungsgerechtigkeit entkoppele. „Herzlichen Dank dafür, dass sie noch auf den letzten Metern ihrer beruflichen Laufbahn dafür bereit waren“, sagte die Bürgermeisterin.

„Schule ist keine Alleinveranstaltung“, sagte Schönbrod. Er sieht die umstrittene Schließung der Werkrealschule immer noch als Fehler an. Seinen Kollegen wünschte er, dass sie es schaffen, die Veränderungen umzusetzen. Der Umbau der Schule ist noch in vollem Gange. „Ein paar Schrauben müssen noch nachgezogen werden“, mahnte Schönbrod. „Die Kinder sind das Wichtigste: Das Schwere und Schöne an meinem Beruf ist, zu sehen, wie sie wachsen“, sagte er abschließend. ost