Oststadt / Schwetzingerstadt

Oststadt Jutta Gückel und Johannes Stange treten in der Reihe „wOrtwechsel“ in der Metzgerei Hauk auf

Hinter der Wursttheke spielt die Musik

Archivartikel

„Fleischeslust“: In der Metzgerei Hauk gestalteten die Sängerin und Gesangspädagogin Jutta Gückel sowie Trompeter und Komponist Johannes Stange einen lustvollen, inspirierenden Abend, der sich mit Liedern und Texten dem Thema Lust in all ihren Facetten widmete.

Gemeinsam mit der Inhaberin der Metzgerei, Renate Hauk, und KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar stellten Jutta Gückel und Johannes Stange in der Reihe „wOrtwechsel – Kultur an außergewöhnlichen Orten“ eine musikalische Lesung auf die Bühne, die das Publikum im proppenvollen Ladengeschäft restlos begeisterte.

Premiere für die Künstler

Für Renate Hauk, die die beliebte Reihe im Sinne ihres verstorbenen Mannes fortführt, war es bereits die 28. Veranstaltung in 14 Jahren in guter Kooperation mit Peter Baltruschat von KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar. Für die beiden Künstler hingegen war es eine Premiere: Jutta Gückel ist Sängerin im Ensemble Mocabo, und Johannes Stange spielt im „Little Vintage Orchestra“ und bei „Hats and Birds“– und beide gehören zum Ensemble Camie.

„Wir haben uns gefreut, dass wir von Renate Hauk eingeladen wurden, es ist schon ein außergewöhnlicher Rahmen – so viel Fleisch!“, sagte die Sängerin. Hinter der Wursttheke brachten Jutta Gückel und Johannes Stange, die auch privat ein Paar sind, unter anderem ausgewählte Gedichte von Else Lasker-Schüler, Liedtexte von Jacques Brel sowie wissenschaftliche Abhandlungen zum Thema Lust zu Gehör und sorgten selbst für die passenden musikalischen Beiträge.

Wie kann man Fleischeslust erklären? Kann man Lust denn überhaupt erklären? Sollte man es wenigstens mal versuchen? Diese wichtigen Fragen haben sich die beiden Künstler gestellt und für sich, wie sie erzählen, mit „Ja, unbedingt“ beantwortet.

Im musikalisch/literarischen Programm „Fleischeslust“ wurden ebensolche Lüste und die Welt der Liebe besungen sowie Ansätze zum Gelingen einer Beziehung zwischen Mann und Frau vorgestellt. „Die verschwiegene Nachtigall“: Vom Minnegesang des berühmten Walther von der Vogelweide, der die deutsche Sprache prägte, ging es weiter – mal auf Englisch, mal auf Französisch.

Mit viel Lust wurde die „Fleischeslust“ hoch und runter dekliniert, nicht selten mit einem verschmitzten Augenzwinkern oder als Experiment auf Zuruf eines Begriffs aus dem Publikum.

100 Prozent Wissensgewinn

Mehr als Musikkabarett, mehr als eine Lesung: Das Programm in der Metzgerei war eine gelungene Mischung aus Literatur und Gesang, aus Kabarett, Kunst und Wissenschaft, aus handgemachter Musik und Stimmgewalt – ausgewogen mit je 50 Prozent Frauen- und Männerquote, mit 70 Prozent Lachanteil und 100 Prozent Wissensgewinn. Das Publikum applaudierte begeistert.

Anneliese Hanisch war schon öfter zu Gast bei „wOrtwechsel“ in der Metzgerei Hauk. „Es ist immer ein schönes Programm, tolle Künstler treten auf und dazu noch die leckeren Häppchen“, schwärmte die ehemalige Lehrerin an der Konrad-Duden-Realschule. Sekt und köstliche Häppchen gehören bei den stets ausgebuchten Veranstaltungen in der Metzgerei dazu.