Oststadt / Schwetzingerstadt

Schwetzingerstadt Konzert der Liedertafel begeistert

Hochklassig und mit Strahlkraft

Archivartikel

Knapp 200 Zuhörer sind in der Friedenskirche in den Genuss eines großartigen Konzertes mit einem mitreißenden Programm gekommen. Zwar wollte die Mannheimer Liedertafel das „Magnificat“ von John Rutter bereits im vergangenen Jahr aufführen. Doch einen Tag vor der Aufführung erkrankte die Dirigentin, erzählte der Vorsitzende Justus Voget. Die wochenlangen Proben und das angekündigte Konzert mit dem Heidelberger Kantatenorchester schienen verloren. Die Liedertafel hat seitdem keinen Chorleiter. Ein Zufall kam zu Hilfe. Auch der Kammerchor Nova Cantica in Landau hatte das Werk des englischen Komponisten einstudiert – es fehlte ein begleitendes Orchester. Und so machten beide Vereine aus der Not eine Tugend und traten gemeinsam unter Leitung von Jürgen E. Müller auf – erst in Mannheim, dann in Landau. Zwei Chöre, ein Chorleiter, eine musikalische Handschrift, die gleichzeitig Garant für allerhöchste musikalische Präzision und eine ausgewogene Programmzusammenstellung ist.

Langer Applaus

Eröffnet wurde das Frühlingskonzert vom Heidelberger Kantatenorchester mit einem Concerto grosso, dem „Palladio“ von Karl Jenkins – ein effektvoller Mix aus barockisierendem Streicherklang, folkloristischer Melodik und rockigen Grooves, der das Publikum jubeln ließ. Danach gab der Landauer Kammerchor unter Leitung von Andreas Immel seine musikalische Visitenkarte ab mit Felix Mendelssohn – Bartholdys Choral „Mein Herze erhebet Gott, den Herren“ – a cappella gesungen in sauberer und sicherer Intonation.

Der Höhepunkt des Konzerts war Rutters 1990 uraufgeführtes „Magnificat“ – eine moderne Form des Lobgesangs der Maria. Der mehr als 60 Stimmen starke Chor aus Sängern der Mannheimer Liedertafel und Nova Cantica, Orchester und Solistin Janice Dixon ließen das Werk mit warmer Innigkeit erklingen. Inspiriert von mittel- und südamerikanischen Rhythmen aus dem Marienlob, schrieb Rutter ein Werk von großer Dramatik und kontrastierenden lyrischen Passagen. Die Begeisterung, mit der Sänger und Instrumentalisten intonierten, sprang auf das Publikum über. Sopranistin Janice Dixon sang mit großer Strahlkraft und Wärme im Ton. Chor, Solistin, Orchester und Dirigent erhielten am Ende lang anhaltenden und stehenden Applaus für das beeindruckend intonierte Marienlob.