Oststadt / Schwetzingerstadt

Innenstadt Schüler der Kepler-Grundschule erobern die neue Kunsthalle

Inspiriert vom Museums-„Hausgeist“

Archivartikel

Lange haben sich die Schüler der 3. und 4. Klasse der Johannes-Kepler-Grundschule darauf gefreut, endlich die neue Kunsthalle kennen zu lernen. Staunend stehen sie mit Schulleiterin Angela Speicher, Lehrerin Lena Aghaei und Janine Geörg aus der Begegnungsstätte Westliche Unterstadt e.V. im lichtdurchfluteten Foyer.

Alles ist so groß und noch so fremd. Doch dann fällt ihr Blick auf das „Capricorn“. Die imposante Figurengruppe gegenüber vom Eingang ist eines der Hauptwerke des Surrealisten Max Ernst. Für die Grundschüler aber ist es der „Hausgeist“ der Kunsthalle. Vor dem Kunsthallenbesuch hatten sich die Kinder in ihrer Schule mit den Kunstvermittlerinnen des Museums mit dem Capricorn beschäftigt und mit Alltagsmaterialien nachgeformt.

Und da stehen sie aufgereiht auf dem Treppenabsatz hinter der Figurengruppe – die „Hausgeister“ der Kinder. Mit Kunstvermittlerin Denise Koch erörterten die Kinder, aus welchem Material das Capricorn besteht. „Aus Eisen“ oder aus „bemaltem Holz“. Oder ist es vielleicht „Bronze“? Ein Ausdruck, den nicht jedes Kind in diesem Alter kennt. Dorothee Höfert, die Leiterin der Museumspädagogik der Kunsthalle, erläuterte: „Die Johannes-Kepler-Schule und die Kunsthalle arbeiten seit 2014 in einem kulturellen Bildungsprojekt zusammen, das den Jungen und Mädchen eine kreative Auseinandersetzung mit den verschiedenen Kunstwerken ermöglicht.“ Ein wichtiges Projekt-Ziel sei die Förderung der Kreativität der Kinder. Sie entdecken neue Ausdrucksformen, lernen besondere künstlerische Techniken kennen und erweitern ganz nebenbei auch ihre Sprachkenntnisse.

Geldgeber Lions Club

Das Kooperationsprojekt zielt auf die kulturelle Teilhabe von Kindern unterschiedlichster sozialer Herkunft. Ermöglicht wird dieses besondere Angebot bereits zum vierten Mal durch eine Finanzierung des Lions Club Mannheim Rhein-Neckar. Josef Zimmermann erklärte dazu: „Getreu unserem Motto – Wir machen Mannheimer Kinder stark – erhalten die Jungen und Mädchen eine gezielte kunstpädagogische Förderung, mit der auch viele Kinder mit Migrationshintergrund erreicht werden.“

Mit ihren Fragen ergründeten die Schüler, ob sie in der neuen Kunsthalle auch ein Atelier zum Malen, Zeichnen und Gestalten ihrer eigenen Werke finden werden. „Die Räume der Museumspädagogik hat Kunsthallendirektorin Ulrike Lorenz ganz bewusst an exponierte Stelle an die Frontseite des Neubaus gelegt“, betonte Höfert. Das zeige den Stellenwert dieses Bereichs für die Kunsthalle.

Selbstbewusst und mit Ausrufen des Staunens eroberten die Neun- und Zehnjährigen die neuen Räume. Das Besondere hier ist, dass es neben einem Werkraum erstmals auch ein Atelier für die Werke der jungen Künstler gibt.

Zu sehen dort war auch das von den Kindern gestaltete große Quadratebild. „Das hing in unserer Schule, als Bundespräsident Steinmeier gemeinsam mit seiner Frau anlässlich seines Besuchs zur Schlüsselübergabe der Kunsthalle exklusiv unsere Schule besuchte, um sich dort selbst ein Bild von der kulturellen Projekt-Arbeit zu machen“, erzählte Rektorin Speicher.