Oststadt / Schwetzingerstadt

Schwetzingerstadt/Oststadt Stadtteilparlarment diskutiert über den Parkdruck / Verkehrsverband erläutert Konzept

Politiker drängen auf einen Park & Ride-Standort

Archivartikel

Immer mehr Fahrzeuge, noch mehr Verkehr – das kann so nicht weiter gehen, appellierte jetzt der Bezirksbeirat Schwetzingerstadt/Oststadt an Stadt und Verkehrsbetriebe, Maßnahmen gegen das Blech in den Straßen zu ergreifen. Mehr als 34 000 Verwarnungen gab es im Jahr 2018. Und auch 2019 haben die Ordnungskräfte bereits 14 065 mal Knöllchen an Parksünder in den Stadtteilen verteilt.

„Das Ganze ist eine unendliche Geschichte“, sagte SPD-Stadtrat und Sitzungsleiter Boris Weirauch. Zwar sei schon etliches getan worden – wie beispielsweise Berufstätige via Jobticket zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Weirauch: „Wir haben da schon Anreize geschaffen.“

Lage verschärft sich weiter

Ungeachtet dessen bleibt der Parkdruck in dem Stadtbezirk seit Jahren hoch. Anwohnerparken, Berufspendler, Kundenströme aus nah und fern, dazu der Ausbau des Kongresszentrums Rosengarten – all dies verschärft die Lage und führt zu Frust bei denjenigen, die einen entsprechenden Bewohnerparkausweis haben, aber trotzdem keinen Platz finden. Dazu kommen Veranstaltungen rund um den Wasserturm, das „wilde“ Parken, was wiederum die Bevölkerung, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, gefährdet. „Jeder hat halt ein Auto“, äußerte sich Harald Born vom zuständigen Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadt wenig zuversichtlich, dass sich daran so schnell etwas ändern werde. Er versprach aber: „Wir bleiben da am Ball, sind täglich weiter unterwegs“, auch mit dem Besonderen Ordnungsdienst werde man Falschparker weiter verfolgen.

Den Bezirksbeiräten reichte dies nicht aus. Sie plädierten nicht nur für eine konsequente Kontrolle und Ahndung von Falschparken auf Rad- und Gehwegen ebenso wie im Bereich von Schulen. Die Politiker schlugen zudem vor, die Preise anzuheben („Man kann die Leute nur über den Geldbeutel erziehen“), kostenpflichtiges Parken bis 23 Uhr auszudehnen und die Zahl der Sonderparkzonen zu überprüfen. Außerdem müssten endlich die Parkhäuser nachts besser genutzt werden. Auch ein Park & Ride-Angebot am Friedensplatz wurde im Gremium debattiert. Dass man dort bereits sein Auto kostenfrei abstellen und in die Stadtbahn umsteigen könne, was Harald Born berichtete, reiche nicht. Die Beschilderung sei schlecht, die Plätze versteckt, die Anbindung nicht gut, die Stadtbahn-Tickets zu teuer. „Wir wollen eine gute Park & Ride-Lösung und hoffen da auf die Verkehrsbetriebe“, so Bernhard Juretzek (CDU).

Außerhalb der Stadtgrenzen

Der Verkehrsverbund Rhein Neckar (VRN) verfolgt zwar gemeinsam mit der Stadt ein entsprechendes Konzept. Das sei derzeit auch in der Prüfung, so Sprecher Axel Thiemann auf Anfrage. Allerdings soll es am Rande der Metropolen umgesetzt werden. Ziel sei, Park & Ride eher am Startpunkt der Pendler anzubieten, so dass diese bereits außerhalb der Stadtgrenzen auf den ÖPNV umsteigen. Thiemann: „Unser Fokus liegt bei dem geförderten Projekt auf Standorten an den Zulaufstrecken zu den Oberzentren Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen und weniger in den Stadtgebieten in Mannheim – wobei das grundsätzlich nicht ausgeschlossen ist.“

Grundsätzlich werden bei dem vom Bund im Rahmen des Sofortprogramm Saubere Luft geförderten Projekt Park & Ride-Standorte mit einer Sensorik ausgestattet, damit sich Pkw-Fahrer frühzeitig informieren können, ob Parkplätze zur Verfügung stehen, um anschließend mit dem ÖPNV in die Stadt fahren zu können.