Oststadt / Schwetzingerstadt

Oststadt Training an der Tulla-Realschule ein Erfolg

Schüler erkunden die Berufswelt

Was mach’ ich bloß nach der Schule? Eine Frage, die für viele der Acht- und Neuntklässler nicht leicht zu beantworten ist. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen, mit der Handwerkskammer und der Stadt führte die Tulla-Realschule kürzlich eine Trainingswoche zur Berufsorientierung durch. Organisiert wurde die dreitägige Veranstaltung von den Lehrern Silvia Völker, Gerhard Baya und Tanja Dieminger.

Statt Unterricht standen Kommunikationstraining und Gespräche mit potenziellen Arbeitgebern auf dem Stundenplan. Außerdem fand ein Elternabend statt. Am ersten Tag haben die Schüler an ihren Bewerbungsmappen gefeilt und Vorstellungsgespräche geprobt. Am zweiten Tag kamen 15 Betriebe in die Schule und informierten über ihre Angebote. Die Resonanz war groß. Viele Firmen suchen intensiv nach Fachkräften. Auch das Interesse der Jugendlichen zeigte ein breites Spektrum: vom handwerklichen Traumberuf bis zum Wunsch nach einer sozialen Tätigkeit, etwa bei den Diakonissen Speyer, ist alles vorhanden.

Interesse am Alltag

„Manche kommen ganz gezielt und stellen interessiert Fragen“, sagte Michael Wendelken von den Diakonissen Speyer. Oft seien die Schüler erstaunt über die Verdienst- und Entwicklungsmöglichkeiten in den Pflegeberufen. „Vor allem interessiert die Schüler, wie das so im Berufsalltag abläuft“, berichtete Kaltrina Kasumi. Die 24-Jährige und auch ihr 21-jähriger Kollege, Batuhan Beceran, sind Auszubildende der Sparkasse Rhein-Neckar. Sie erklärten den Schülern auch, was wichtig ist beim Vorstellungsgespräch. Sie sollten außerdem keine Angst haben vor den Anforderungen im Beruf.

Anhand eines Films und von Ultraschallsensoren stellten Angelo Di Pasquale und Marcel Jost, beide sind Elektroniker im zweiten Ausbildungsjahr bei Pepperl & Fuchs, die technischen und kaufmännischen Ausbildungsmöglichkeiten bei der weltweit agierenden Firma vor. „Das macht uns Spaß und die Schüler sind viel offener, wenn man altersmäßig noch nicht so weit von ihnen entfernt ist“, stellten sie fest. Johann fand ihre Präsentation „spannend und interessant“. Der Schüler hat schon ganz konkrete Vorstellungen, was er mal werden will: „Mechatroniker und später den Meister machen“. Mitschülerin Selin hingegen meinte: „Den richtigen Beruf zu finden, ist nicht leicht.“ Die Berufsorientierungswoche sei „eine gute Möglichkeit, Einblicke in die verschiedenen Berufe zu bekommen“.

Während sich die Jungen mehr für die technischen und handwerklichen Berufe interessierten, waren die Mädels eher an sozialen Berufen oder an einer Beschäftigung bei der Verwaltung oder im Hotelgewerbe interessiert. Giada, die eigentlich gern Sprachlehrerin werden will, fand die Präsentation der beiden Ausbildungsexpertinnen vom Leonardo Hotel Mannheim, Nadine Hufer und Mirijam Senter „interessant und vor allem das neue jugendorientierte Nyx-Hotel echt cool“.

„Die Interessen der Schüler sind durchaus unterschiedlich“, stellte Denise Schneider fest, die mit ihren Kollegen, Alysha Molitor und Kevin Özgül, die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten bei der Stadt Mannheim vorstellte. Während die erste Gruppe eher träge gewesen sei, habe die zweite Gruppe sehr viele Fragen gestellt. „Sie haben auch erklärt, warum sie gerne bei der Stadt arbeiten möchten, weil sie was für die Bürger machen wollen, eine sinnhafte Tätigkeit.“ ost