Oststadt / Schwetzingerstadt

Neuhermsheim Bürgerinitiative übergibt im Stadthaus gesammelte Unterschriften für einen Jugendtreff

Zurück an den Lochgärtenweg?

Archivartikel

Es war in der vergangenen Woche, als die Bürgerinitiative 1244 Unterschriften für einen Jugendtreff in Neuhermsheim an Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb überreichte. Nun kommt Bewegung in die Angelegenheit. „Die Stadt hat ein hohes Interesse, im Stadtteil Neuhermsheim einen Jugendtreff einzurichten“, so Beate Klehr-Merkl, Sprecherin des zuständigen Dezernats. Derzeit würden die baurechtlichen Optionen geprüft.

Verhalten optimistisch

Seit Jahren wird nach einer geeigneten Fläche für eine solche Einrichtung gesucht, ohne das man in der Sache weiter gekommen wäre. Zum Unmut der Betroffenen, die Druck machen und von der Kommune fordern, endlich zu handeln. Zuletzt waren die Kinder und Eltern ins Stadthaus gezogen, um bei den Verantwortlichen erneut für ihr Anliegen zu werben. Vor dem Jugendhilfeausschuss des Gemeinderates, wo das Thema auf der Tagesordnung stand, übergaben sie die Unterschriften, die sie seit Gründung der Bürgerinitiative im Januar 2018 bei mehreren Aktionen und durch eine Petition gesammelt hatten, an Bürgermeister Ulrike Freundlieb.

Nach dem Gespräch mit der Amtschefin äußerten sich Teilnehmer verhalten optimistisch, dass der Treff bald realisiert werden kann. „Ich freue mich, wenn ich groß bin, dass wir dann wieder einen eigenen Jugendtreff in Neuhermsheim haben“, sagte der siebenjährige Ben. Seine Mutter, Sarah Kinzebach, ergänzte: „Die Jugendlichen in Neuhermsheim brauchen eine feste Anlaufstelle, einen Ort, an dem sie sich vor allem auch in der Gruppe der Gleichaltrigen Zuhause fühlen können und kontinuierliche Begegnungen stattfinden. Dies kann nur mit einem eigenen festen Standort verbindlich umgesetzt werden.“ Auch die Parteien SPD und Die Grünen wollen ein solches Angebot schaffen, haben entsprechende Anträge gestellt, die im Ausschuss beraten wurden.

Das Jugendamt stehe zurzeit in „engem Austausch mit der Stadtplanung, um einen anderen Standort für einen Jugendtreff zu finden“, heißt es auf Anfrage dieser Zeitung. Aber: „Trotz intensiver Suche konnte bisher kein geeigneter Standort gefunden werden, auf dem sich ein Jugendtreff realisieren lässt.“ Allerdings sei bei der Prüfung festgestellt worden, dass gegebenenfalls die bisher als Übergangslösung genutzte Fläche „Lochgärtenweg 10“ in Frage käme.

Die Stadtverwaltung lässt daher zurzeit per entsprechender Bauvoranfrage prüfen, ob ein Jugendtreff auf dem Gelände nicht doch zulässig ist – beispielsweise über die Erteilung einer Befreiung von den Vorschriften des Bebauungsplanes.

Lange in Containern

Zehn Jahre lang wurde der Treff in Trägerschaft des Diakonischen Werkes und der Thomaskirche bis 2016 als temporäre Lösung in Containerbauweise auf dem Grundstück „Lochgärtenweg 10“ betrieben. Als Interimslösung startete ab Januar 2018 eine mobile Jugendarbeit in Trägerschaft des Internationalen Bundes.

Das Grundstück „Lochgärtenweg 10“ befindet sich nach Auskunft der Stadt im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes, der grundsätzlich eine Nutzung für soziale Zwecke, wie beispielsweise einen Jugendtreff, zulässt. Allerdings ist in dem Regelwerk das durch die Einrichtung genutzte Grundstück als nicht „überbaubare Fläche“ gekennzeichnet. Daher wurde dem Diakonischen Werk die Genehmigung damals nur befristet erteilt.