Pflege

Miteinander reden und sich informieren – bei der Pflege schon die halbe Miete

Archivartikel

Schon zum dritten Mal organisieren wir gemeinsam mit dem Mannheimer Morgen, das Mannheimer Pflegeforum am 27.10.2019 in der Alten Brauerei. Gemeinsam mit dem Mannheimer Morgen haben wir das Pflegeforum letztes Jahr ins Leben gerufen. Ein Ort, an dem pflegende Menschen, Betroffene und Interessierte sich austauschen können und einen Überblick davon bekommen, was wir in unserer Region in Bezug auf Pflege alles zu bieten haben. Aber warum haben wir dieses Format gewählt? Was wollen wir damit bezwecken?

Die Erkenntnisse einer pflegenden Angehörigen - Frau G. erläutert ihre Sicht der Dinge

Die Pflege meiner Eltern, insbesondere die meines Vaters, ist schon viele Jahre her. Damals war es nicht ganz so einfach an gute und zielgerichtete Informationen zu gelangen. Das hat sich geändert und ist aber auch teilweise ins Gegenteil umgeschlagen. Teilweise wird man mit Informationen nur so zugeschüttet und muss sich erst mal durch die Massen hindurchkämpfen. Für viele wird die Pflegesituation als Kampf auf vielen Fronten wahrgenommen. Doch wie kann man es besser machen?

„Wir wollen wieder zurück zum Persönlichen…“

Das ist unser Motto. Mein Geschäftspartner, der auch gleichzeitig mit mir durchs Leben geht, und ich haben unsere eigenen Erfahrungen mit diesem Thema gemacht. Schlussendlich sind wir jedoch gemeinsam zu der Erkenntnis gelangt, dass es gerade das Persönliche ist, was die Pflege ausmacht. Insbesondere, bei der Suche nach guten Dienstleistern oder wie und wo man Unterstützung erhält sind in der Pflege persönliche Empfehlung das A und O. Nicht jeder ist es gewohnt, nach Informationen im Internet zu suchen. Das haben wir auch gerade wieder beim 11. Haßlocher Sicherheits- und Gesundheitstag festgestellt. Gerade ältere Menschen, die nicht in größeren städtischen Einzugsgebieten leben, haben nicht immer Zugang zu Internet und das aus unterschiedlichen Gründen. Hier ist es besonders wichtig, dass man Ansprechpartner hat, auf die man persönlich zurückgreifen kann.

Doch auch in urbanen Zentren ist es wichtig, sich wieder persönlich mit den Menschen auseinanderzusetzen – gerade beim Thema Pflege. Denn auch der entsprechende Umgang mit Krankheit, Pflege und Tod ist wichtig und nicht immer kann das geschriebene Wort die Emotionen erfassen und wiedergeben, die derartige Lebenssituationen mit sich bringen.

Pflege allein wird stiefmütterlich behandelt

Wir haben also ein wenig recherchiert und festgestellt, dass es in der Region keine Veranstaltung gibt, die den Pflegenden die Möglichkeit gibt, sich über das Thema und seine Vielfältigkeit zu informieren. Es gibt Gesundheitstage und auch einige Veranstaltungen, die sich mit Prävention beschäftigen, doch eine Veranstaltung, die sich nur mit Pflege beschäftigt gab es nicht. Da mein Partner ein Mann der Tat ist, hat er sich gleich auf die Suche nach einem Kooperationspartner gemacht, den wir dankenswerterweise im Mannheimer Morgen gefunden haben. Und somit haben wir das Mannheimer Pflegeforum ins Leben gerufen!

Eine breite Zielgruppe – doch die Besucherzahlen sind noch überschaubar…

Die erste Veranstaltung fand direkt im Foyer, des Mannheimer Morgens statt. Leider war das Wetter traumhaft und somit haben nicht allzu viele Menschen den Weg zu uns gefunden, es war aber ein toller Anfang. Die Idee, die wir hatten, nämlich dass die Menschen über ihre Situation in kleiner Runde reden und sich informieren, ist aufgegangen. Das zweite Forum im Mannheimer Schloss war schon etwas größer und besser besucht. Doch auch jetzt, bei der Organisation des dritten Forums merken wir, dass das Thema Pflege kein einfaches ist und es eine Herausforderung ist, Menschen dafür zu begeistern. Wir wollen jedoch auch zeigen, dass eine Pflegesituation nicht immer so negativ betrachtet werden muss, wie es die meisten zunächst befürchten und auch teilweise selbst erleben. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und wenn man offen ist, dann wird man im Laufe der Zeit auch sehen, welche positiven Momente man erleben kann und wieviel man selbst aus dieser Situation mitnimmt. Wir möchten, dass die Menschen sowohl die positiven als auch die schwierigen Momente der Pflege miteinander teilen und sich an einem Ort über das Angebot der Region informieren können.

Das Pflegeforum ist ein Platz zum Reden!

Lasst uns wieder mehr miteinander sprechen, denn nur so können wir schwierigen Lebenssituationen den Schrecken nehmen. Wir brauchen die Rückmeldung anderer, um neue Perspektiven zu erkennen und Informationen zu erhalten, die für uns wichtig sind. Manchmal ist es besser, direkt von den Betroffenen ein paar Infos zu erhalten und von der Erfahrung derer zu profitieren, die vielleicht bereits einige Irrwege hinter sich hatten. Vielleicht haben auch Sie in bereits einige Umwege machen müssen. Das ist ärgerlich für den Einzelnen, aber lassen Sie andere an Ihrem Wissen und ihren Erkenntnissen teilhaben, so dass andere Pflegende diese Erfahrungen nicht auch machen müssen. 

Die Rhein-Neckarregion hat einiges zu bieten

Wir sind in unserer Region sehr gut aufgestellt. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern aus dem Pflegebereich. Da dürfte für jeden etwas dabei sein. Aber auch Themen rund um die Pflege, wie z.B. ein Badumbau oder das erleichternde Angebot des ortsansässigen Apothekers sind wichtig, um das Organisatorische bewältigen zu können. Wir haben in der Region so viel zu bieten und das möchten wir den Betroffenen näher bringen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen unser Pflegeforum näher bringen. Teilen Sie Ihr Wissen, erwerben Sie neues Wissen und lernen Sie verschiedene Organisationen und Anbieter kennen. Informieren Sie sich und reden Sie miteinander. Wir haben zudem ein spannendes Rahmenprogramm und viele interessante Vorträge.

Über die Einzelheiten und die Forumsteilnehmer schreibe ich in den nächsten Ausgaben. Außerdem können Sie sich jederzeit auf folgenden Webseiten informieren:

www.pflegeforum-mannheim.de und www.pflegenetzwerke.de

 

Ihre Waltraud Gehrig