Pflege

Verkehrssicherheit und Mobilität

Archivartikel

Mit dem Thema für den heutigen Artikel tat ich mir irgendwie schwer. Momentan habe ich so viel Arbeit, dass mein Kopf ganz voll mit allem aber nicht mit etwas Sinnvollem war. So fuhr ich mit dem Rad wie jeden Abend nach Hause, was hilft, um ein wenig zu entspannen. Leider wurde ich Zeugin eines schweren Radunfalls mit einem älteren Menschen, der keinen Helm trug.

Die Erkenntnisse einer pflegenden Angehörigen - Frau G. erläutert ihre Sicht der Dinge

Gerade wenn man älter wird, und das merke ich an mir selbst, funktioniert der Körper anders. Die Sinneswahrnehmungen verändern sich, aber leider denken die meisten noch, dass man eigentlich ja noch 20 ist und unverwundbar. Das ist sicherlich nicht der Fall. Klar, es kann immer etwas passieren, sei es auch Unachtsamkeit heraus oder dass andere einen Fehler gemacht haben. Doch wir können die Arbeit unserer ‚Schutzengel‘ erleichtern, indem auch wir Vorkehrungen zur Sicherheit treffen. Das fängt alleine mit der Kleidung an. Wir unternehmen ja auch etwas mit den Menschen, die man pflegt. Manchmal geht das Laufen noch relativ gut mit einem Rollator oder man ist mit dem Rollstuhl unterwegs. Doch immer gilt: Wir müssen unseren Schützling und uns selbst bestmöglich sichern.

Gerade im Winter muss man auf ‚Highlights‘ achten

Viele Menschen tragen in der Winterzeit dunkle Kleidung. Das kann vielerlei Gründe haben. Wenn es dann um 16.00 bereits dunkel ist, vergessen jedoch die meisten, dass sie ‚unsichtbar’ werden. Und somit sind sie selbst gefährdet und gefährden auch andere Verkehrsteilnehmer. Eine Warnweste gibt es übrigens in jeder Größe überall zu kaufen und ist schnell über eine Winterjacke drübergezogen. Somit sind Sie viel besser zu sehen. Man muss die Jacke auch nicht schließen. Zudem gibt es selbstklebende Klettbänder, die reflektieren, die man schnell um den Arm machen kann oder die Rohre des Rollators damit umwickeln kann. Auch das hilft.

Sicherung der mobilen Hilfsgeräte

Einen Rollator oder einen Rollstuhl sicherheitstauglich zu machen ist wirklich kein Hexenwerk. Soweit es mir bekannt ist, wurde dem heute auch schon Rechnung getragen, so dass manche Hersteller von Rollatoren bereits Reflektoren angebracht haben, aber das ist nicht die Regel. Auch wenn man ganz normale Rollstühle hat, werden die meisten doch ohne besonders auffällige Sicherheitsvorkehrungen geliefert. Der Fahrradladen um die Ecke hat viele Sicherheitsteile im Angebot, die kompatibel für Rollatoren als auch Rollstühle sind. Meistens arbeiten dort auch viele junge Menschen, die gerne bei der Anbringung behilflich sind oder auch mal in kreativer Weise, den Sicherheitsstandard aufpeppen können. Kleiner Tipp: es gibt kleine Erste-Hilfe-Kits, die man in das Netz des Rollstuhls legen kann oder am Rollator befestigen kann. Für alle Fälle.



Rot bedeutet ‚Stehen‘ und Grün bedeutet ‚Gehen‘ – für ALLE!

Und noch eine Sache: Die deutsche Straßenverkehrsordnung gilt für alle! Es macht mich wirklich wütend, wenn ich ältere, gehbehinderte oder eingeschränkte Menschen sehe, die 50 Meter von einer Ampel weg, über die Straße gehen. Oder noch schlimmer: an einer belebten Straße einfach bei Rot die Straße überqueren. Sie handeln nicht nur gegen das Gesetz, sondern bringen sich selbst UND andere unnötig in Gefahr. Was glauben Sie, wie der andere sich fühlt, wenn er einen Unfall hat, weil Sie bei Rot die Straße überquert haben? Wenn er zwar nicht schuld ist, aber Schuldgefühle hat? Manchmal ist es eine Sache von Augenblicken oder Minuten. Und ja, vielleicht manchmal umständlich oder etwas beschwerlich. Aber Sie haben nur ein Leben!

Und bitte jetzt nicht das Argument anbringen, man könne schlecht laufen. Gerade dann ist eine verkehrswidrige Überquerung der Straße noch gefährlicher. Was man tun kann, wenn keine Ampel in der Nähe ist: Bitten Sie einen anderen Fußgänger mit Ihnen gemeinsam die Straße zu überqueren. Derjenige kann dann als eine Art Lotse (wie bei den Schülerlotsen) fungieren und anderen Verkehrsteilnehmern andeuten, dass sie das Tempo drosseln sollen.

Bitte, bleiben Sie gesund und achten Sie auf sich. Versuchen Sie Gefahrenquellen abzuschwächen und vorausschauend zu planen und zu handeln.

Bis nächste Woche,
Ihre Waltraud Gehrig

www.pflegenetzwerke.de