Pflege

Vorsorge treffen

Archivartikel

Eine Pflegesituation ist deshalb meistens so stressig, da die wenigsten dafür Vorsorge getroffen haben. Weder schriftlich – noch mündlich. Selten wurde vorab darüber innerhalb der Familie oder des Freundeskreises gesprochen. Ist natürlich auch nicht so einfach, beim obligatorischen Grillen auf das Thema Pflege, Organspende oder Patientenversorgung näher einzugehen. Obwohl – was spricht dagegen? Warum nicht mal in entspannter Runde darüber philosophieren, wie man sich solch eine Situation vorstellen könnte? Mit einem kühlen Getränk, leckerem Essen und den liebsten Menschen um sich herum…

Die Erkenntnisse einer pflegenden Angehörigen - Frau G. erläutert ihre Sicht der Dinge

Die Pflegeversicherung – wann wird sie notwendig?

Eigentlich fängt es ja schon mit der Geburt an, dass ein Pflegefall eintreten kann. Obwohl der überwiegende Anteil der Pflegebedürftigen sich immer noch im Seniorenalter bewegt, gibt es derzeit mehr als 85.000 zu pflegende Kinder und Jugendliche in Deutschland. Darüber hinaus sind auch Erwachsene im erwerbsfähigen Alter nicht vor Krankheit oder Unfallschäden gefeit, die zum Pflegefall führen können. Wenn man das Thema Pflegeabsicherung für Ungeborene anspricht, gibt es in der Regel zwei Reaktionen: einmal diejenigen, die sofort abwinken und darüber nicht nachdenken wollen und diejenigen, die sehr interessiert sind. Die letzteren sind oftmals entweder durch Erfahrungen im Bekannten- oder Freundeskreis sensibilisiert oder wollen einfach auf Nummer sicher gehen.

Das die Pflegepflichtvorsorge oftmals nicht ausreicht, ist den meisten nicht bekannt oder gegenwärtig. Man sollte auch privat Vorsorge treffen. Über all diese Aspekte klärt am Pflegeforum der Versicherungskaufmann Yves Remelius auf (Inhaber und Gründer der Pflegenetzwerke). Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich ausgiebig mit dem Thema Pflege- und Gesundheitsabsicherung und gibt wertvolle Tipps, wie eine ausreichende und individuell gestaltete Absicherung aussehen kann.

Vortrag: Pflegevorsorge - zugeschnitten auf jede Lebenssituation (Yves Remelius)

Wann und Wo?: 12.00-13.00 in der Alten Brauerei, Vortragssaal 1

 

Wer soll mich versorgen, wenn es nicht mehr geht? Wer soll mein Vermögen erben?

Ein weiteres Thema, dass die Vorsorge betrifft ist das Thema der Vorsorgevollmachten und alles, was damit zusammenhängt. Unser Pflegenetzwerkpartner Herr Michael Ramstetter  hat sich schon früh, nämlich zu Beginn seiner anwaltlichen Karriere diesem Thema zu 100 Prozent verschrieben. Er ist Vorstandmitglied der Deutschen Vereinigung für Vorsorge- und Betreuungsrecht e.V. und hat noch viele andere Ämter inne, die sich ausgiebig mit Vorsorgevollmachten, Erbrecht, Patientenverfügungen und vieles mehr beschäftigen. Ein ausgewiesener Experte, der durch jahrzehntelange Praxiserfahrungen mit fundiertem Wissen und Ratschlag aufwarten kann. Zudem sind seine Vorträge sehr spannend und aufschlussreich und die Besucher gehen mit konkreten Beispielen und Informationen nach Hause.

Glauben Sie mir, danach haben Sie nicht das Gefühl, die Vorsorge lastet auf Ihnen. Ganz im Gegenteil: Dieser Vortrag gibt Ihnen den entscheidenden Impuls, sich mit der Vorsorge gleich am nächsten Tag auseinanderzusetzen. Versäumen Sie diese Gelegenheit nicht!

Vortrag: Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen: Chancen und Risiken (Rechtsanwalt Michael Ramstetter)                                         

Wann und Wo?: 14.00-15.00 in der Alten Brauerei, Vortragssaal 1

 

Die letzte Vorsorge treffen für den Ernstfall – Die Patientenverfügung

Abgerundet wird das Thema Vorsorge an diesem Tag mit einem sehr vielschichtigen Vortrag des Klinikarztes Dr. Ulrich Hildenbrand. Seit über 20 Jahren Anästhesist, der zu Beginn seiner Karriere sich nicht nur Gedanken über seine Patienten gemacht hat, sondern mit offenen Augen und einem analytischen Ansatz den Klinikalltag analysiert hat und über die Jahre ein eigenes Programm entwickelt hat, mit dem er den Menschen die Entscheidungen bezüglich der Patientenverfügung näher bringen will. Was genau aber bedeutet das?  

Es gibt sehr viele unterschiedliche Situationen, in denen man sich befinden kann, in der die Patientenverfügung angewendet werden wird. Der Betroffene, der diese Entscheidungen im bestmöglichen Fall noch treffen kann solange er gesund ist, kann jedoch viele medizinische Indikationen nicht abschätzen oder weiß nicht, was es für medizinische Möglichkeiten es für den ‚Fall der Fälle‘ gibt, wenn die Patientenverfügung zum Tragen kommt.

Dr. Hildenbrand hat 19 Fälle ausführlich dargestellt, die er den Menschen, die eine Patientenverfügung abschließen möchten, erklärt und somit anhand dieser Fallbeispiele aufzeigen kann, welche Möglichkeiten es für den einzelnen gibt. All diese Entscheidungen sind nicht leicht gefällt und daher nimmt sich Dr. Hildenbrand bei der Beratung sehr viel Zeit.

Gehen Sie es an! Je eher Sie vorsorgen, desto besser geht es Ihnen, denn somit ist ein großer Teil einer oftmals schweren Hürde für den einzelnen, genommen. Der Vortrag wird Ihnen einige Last abnehmen und auch hier gilt: Je früher desto besser.

Vortrag: Patientenverfügung aus Sicht eines Klinikarztes (Dr. Ulrich Hildenbrand)

Wann und Wo?: 15.00-16.00 in der Alten Brauerei, Vortragssaal 1

 

Dieser Artikel ist der erste von mehreren ausführlichen Artikeln über die Teilnehmer des Pflegeforums, das wir gemeinsam mit dem Mannheimer Morgen und dem Universitätsklinikum Mannheim am 27.10.2019 in der Alten Brauerei (am Klinikum) für pflegende Angehörige, Betroffene und Interessierte organisieren. In den Artikeln stelle ich ausführlich unsere Forumsteilnehmer*Innen und deren Dienstleistungen vor.

Ich wünsche Ihnen ein tolles und erholsames Wochenende und bis nächste Woche.

     

Ihre Waltraud Gehrig    

 

Mehr über das Pflegeforum und alle Details zum Rahmenprogramm und den Vorträgen finden Sie auf: www.pflegeforum-mannheim.de