Politik

Kriminalität Grüne wollen bessere Sicherheit im Verkehr

1441 Fälle von Gewalt

Archivartikel

Stuttgart.Die Grünen fordern, die Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen Personennahverkehr – also in Zügen, S- und Stadtbahnen, Bussen sowie auf den Bahnarealen – im Südwesten zu erhöhen. „Die Verkehrsunternehmen sollten bei ihren bestehenden Sicherheitskonzepten weiter nachbessern“, sagt die Verkehrsexpertin Elke Zimmer dieser Zeitung. Zudem sollten die Verkehrsunternehmen „noch stärker mit der Polizei bei der Sicherheitsvorsorge von Bussen und Bahnen zusammenarbeiten“, so die Mannheimer Landtagsabgeordnete.

Hintergrund der Forderung ist der Anstieg der Straftaten im öffentlichen Personenverkehr im Südwesten. Zimmer hat dazu eine Anfrage an das baden-württembergische Verkehrsministerium gestellt, die dieser Zeitung vorliegt. Im Südwesten ist die Zahl der Aggressionsdelikte in Bussen, Bahnen und in Bahnhöfen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 4523 Fälle gestiegen – 2016 waren es noch 4227 Fälle. Dies ist auch der Höchststand seit fünf Jahren. 2013 wurden noch 3566 Delikte gemeldet.

Den größten Teil der Aggressionsdelikte bilden die vorsätzlichen, leichten Körperverletzungen. Hier gab es 2017 insgesamt 3082 Fälle. Danach folgt die Gewaltkriminalität (1441 Fälle) und die schwere Körperverletzung (1101 Fälle).

Die Zahl der Tatverdächtigen, unter denen es auch Mehrfachtäter gab, lag bei 3913. Dies ist eine Steigerung im Vergleich zu 2016 um zehn Prozent. Unter den Tatverdächtigen 2017 hatten 1678 Personen keinen deutschen Pass, 748 waren Asylbewerber. Die Zahl der Bedrohungen im öffentlichen Personennahverkehr stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 43 Fälle auf 453 Delikte an. Auch die Zahl der Opfer ging nach oben. Hier gab es 2017 im Vergleich zu 2016 eine Zunahme um 8,3 Prozent auf 5374 Personen. Fahrgäste wurden 2017 ähnlich häufig Opfer von Angriffen wie 2016. Einen starken Anstieg gab es jedoch beim Fahrdienstpersonal.