Politik

Korruption Ex-Präsidentin Südkoreas muss ins Gefängnis

20 Jahre Haft für Park

Archivartikel

Seoul.Ein Gericht in Südkorea hat Ex-Präsidentin Park Geun Hye (Bild) wegen Korruption und anderer Vergehen zu 24 Jahren Haft verurteilt. Das Bezirksgericht in Seoul befand die 66 Jahre alte Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee gestern schuldig, ihre Machtbefugnisse als Präsidentin für private Zwecke missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 30 Jahre lange Haftstrafe gefordert. Park blieb der Urteilsverkündung fern. Seit Oktober boykottiert sie ihren Prozess, nachdem ein Gericht ihre Untersuchungshaft verlängert hatte.

Die Südkoreaner hatten Park Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Die konservative Politikerin wurde im März des vergangenen Jahres als erstes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt des Landes vom Verfassungsgericht des Amtes enthoben.

Eine Schlüsselfigur in dem Skandal ist die Park-Freundin Choi Soon Sil, die im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Park wurde vorgeworfen, ihrer Vertrauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte. Nach Angaben des Gerichts half Park ihrer Freundin außerdem, zahlreichen Unternehmen, die Samsung-Gruppe eingeschlossen, hohe Summen für Organisationen der Präsidenten-Freundin abzunötigen. Park hatte die Vorwürfe bestritten. dpa (Bild: dpa)