Politik

Haushalt Bund rechnet mit Rekordüberschuss für 2018

60 Milliarden im Plus

Berlin.Deutschland wird wahrscheinlich in diesem Jahr dank Überschüssen im hohen zweistelligen Milliardenbereich erstmals seit 2002 wieder die europäischen Stabilitätskriterien einhalten. Es könnte gelingen, die Schuldenquote unter 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sinken zu lassen, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gestern in Berlin nach einer Sitzung des Stabilitätsrats von Bund und Ländern. Ursprünglich war dieses Ziel erst für 2019 geplant.

In diesem Jahr wird für den Gesamtstaat nun ein Überschuss von 1,75 Prozent des BIP erwartet, das wären etwa 60 Milliarden Euro, ein Rekord. Eine sinkende Verschuldung macht Deutschland weniger anfällig gegen neue Finanzkrisen und Spekulanten, zudem müssen kommende Generationen weniger für die aufgehäuften Schulden zahlen. Durch die Stabilität der Finanzen sei Deutschland hier viel unabhängiger und könne bei einer Krise mit aller Kraft gegensteuern. „Das sollten wir uns in Deutschland immer erhalten“, sagte Scholz.

Langfristige Anlagen

Seit 2014 gelingt es, Haushalte ohne neue Schulden und sogar mit Überschüssen aufzustellen. Die Etats der 16 Bundesländer, inklusive dem Saarland und Bremen, sind ebenfalls im Plus. Die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) verwies darauf, dass die Lage oft rosiger erscheine, als sie sei. Viele Gelder seien langfristig verplant und belasteten die Finanzen, etwa der Breitbandausbau oder die Erneuerung der Infrastruktur.