Politik

Politbarometer August I 2018 (KW 32 - III)

68 Prozent für allgemeine Dienstpflicht

Mannheim.Mit Blick auf aktuelle Debatten spricht sich eine Mehrheit für eine allgemeine Dienstpflicht aus und sorgt sich um den Klimawandel. Auch die Solidarität mit den Landwirten ist groß.

Probleme in Deutschland

Top-Thema bleibt mit unverändert hohem Gewicht der Bereich Ausländer/Flüchtlinge/Asyl/Zuwanderung: Bei der vorgabenfrei gestellten Frage nach den beiden wichtigsten Problemen entfallen jetzt 52% aller Nennungen auf diesen Themenkomplex. Neu auf Platz zwei der Problem-Agenda ist jetzt mit erheblich gestiegener Relevanz der Bereich Klima/Hitze/Trockenheit/Umwelt (17%). Dahinter folgen Rente/Alterssicherung (16%), Soziales Gefälle/Gerechtigkeit/Arm-Reich-Unterschiede (10%), Gesundheit/Pflege (8%), Bildung/Schule (8%), Politik(er)verdruss (6%), Arbeitsmarkt/Jobs (6%), Mieten/Wohnungsmarkt (6%) sowie mit deutlich weniger Nennungen als noch im Juli Streit in der Bundesregierung bzw. CDU/CSU-Streit (5%).

Wehrpflicht und allgemeine Dienstpflicht

In der Diskussion um Wehrpflicht und allgemeine Dienstpflicht wird die Wiedereinführung der klassischen Wehrpflicht mehrheitlich abgelehnt, wogegen eine allgemeine Dienstpflicht auf viel Zustimmung stößt: So sind 43% der Deutschen für und 53% gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht, die es in Deutschland früher für Männer gab und die seit 2011 ausgesetzt ist. Für die Wehrpflicht sind jeweils eine – mehr oder weniger knappe – Mehrheit von 50% der CDU/CSU-, 67% der AfD- und 53% der FDP-Anhänger, bei den SPD-, Linke- und Grünen-Anhängern sind mit 63%, 86% bzw. 71% die meisten dagegen. Während das Gros der unter 60-jährigen Erwachsenen gegen die Wehrpflicht ist – und im Detail besonders viele unter 35-jährige Männer wie auch unter 35-jährige Frauen –, sind alle ab 60-Jährigen in dieser Frage gespalten.  

Die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht, wonach junge Männer und Frauen ein Jahr lang Dienst wahlweise bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich leisten müssen, sehen 68% aller Befragten positiv, 30% lehnen eine solche obligatorische Tätigkeit ab, darunter 21% der CDU/CSU-, 34% der SPD-, 24% der AfD-, 29% der FDP-, 47% der Linke- und 33% der Grünen-Anhänger. Besonders hoch ist die Zustimmung  zu einer einjährigen allgemeinen Dienstpflicht für junge Menschen in der Generation 60plus, bei den unter 30-Jährigen wird diese Frage dagegen sehr ambivalent diskutiert.

Sommerwetter: Klimawandel und persönliches Empfinden

Die globale Erwärmung gilt in der Bevölkerung in stark zunehmendem Maße als mitverantwortlich für den heißen Sommer: Nach 48% im August 2015 – auch damals wurden in Deutschland Temperaturrekorde gebrochen – ist das Wetter in diesem Sommer für 68% der Befragten eine Folge des Klimawandels, für 28% (2015: 49%) liegt es dagegen im Bereich normaler Wetterschwankungen. Grüne-Anhänger meinen hier besonders häufig „Folge des Klimawandels“, im AfD-Lager meinen überdurchschnittlich viele „normale Schwankungen“.

70% der Deutschen war das Wetter in diesem Sommer bisher zu heiß, 30% war es nicht zu heiß. Dass ihnen der diesjährige Sommer zu heiß war, sagen deutlich mehr ältere als jüngere Menschen.

Landwirte: Zusätzliche staatliche Hilfen

Wegen der anhaltenden Trockenheit fordern die Landwirte zusätzliche staatliche Hilfen in Höhe von einer Milliarde Euro. Nach Meinung von 42% der Befragten sollten die Landwirte finanzielle Unterstützung in dieser Höhe erhalten, für 11% sollten sie mehr und für 20% weniger als die geforderte Summe bekommen und 18% finden, dass es für die Landwirte keine zusätzlichen staatlichen Hilfen geben sollte. 

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