Politik

Politbarometer September III 2017 (KW 37, Teil II)

83% der Befragten glauben an Sieg Merkels

Macht es einen Unterschied, wer regiert?

57% der Befragten – erstmals seit 2007 wieder eine Mehrheit – sagen, dass es einen großen Unterschied macht, wer im Bund regiert (November-I 2016: 49%; Mai 2017: 47%), aus Sicht von 28% ist der Unterschied nicht so groß (November-I 2016: 29%; Mai 2017: 32%), lediglich 12% geben an, für sie persönlich mache es praktisch gar keinen Unterschied, welche Parteien zusammen die Regierung stellen (November-I 2016: 18%; Mai 2017: 19%). Weitere 3% antworten hier mit „weiß nicht“ (November-I 2016: 4%; Mai 2017: 2%).

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

Auch in dieser Woche gibt es kein einheitliches Bild bei der Bewertung der Spitzenpolitiker – ein Teil wird leicht besser beurteilt, ein Teil leicht schlechter, einige werden konstant beurteilt. Wie immer wurde diese Einstufung mittels der Skala von +5 bis -5 (halte sehr viel von / halte gar nichts von) vorgenommen.

Im Einzelnen ergibt sich in den letzten Monaten folgende Entwicklung:

Mit einer leicht schlechteren Bewertung als zuletzt führt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 1,9 weiterhin das Ranking an, gefolgt von Wolfgang Schäuble auf Platz zwei mit einem konstanten Durchschnittswert von 1,7. Sowohl Außenminister Sigmar Gabriel (1,5) auf Rang drei als auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (1,1) auf dem vierten Platz werden wie in der vergangene Woche eingestuft. Einen leichten Zuwachs kann Grünen-Parteivorsitzender Cem Özdemir (1,1) verzeichnen. Ebenfalls leicht verbessert sich Innenminister Thomas de Maizière (1,0), der sich damit einen Platz nach vorn schiebt und mit FDP-Chef Christian Lindner tauscht, der weiterhin bei 0,9 verharrt. Keine Veränderungen gibt es auf den hinteren Plätzen des Rankings, allerdings klare Verschlechterungen sowohl für Horst Seehofer (0,4), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (0,3) als auch Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (-0,1).

Gewünschte/r Bundeskanzler/in: Merkel oder Schulz

Kaum Veränderungen zur Vorwoche gibt es bei der K-Frage: Für Angela Merkel sprechen sich aktuell 56% der Befragten aus (September-I: 57%; September-II: 57%), für den Herausforderer Martin Schulz 32% (September-I: 28%; September-II: 33%). 12% entscheiden sich für keinen der beiden Kandidaten (September-I: 15%; September-II: 10%). Nahezu geschlossen wird Angela Merkel von den CDU/CSU-Anhängern präferiert (96%), nicht ganz so stark ist die Unterstützung der SPD-Anhänger für Martin Schulz (74%). Des Weiteren liegt Angela Merkel bei den FDP-Anhängern (87%) vorn; die Anhänger der Linken (59%) neigen eher zu Martin Schulz, die Anhänger der Grünen sind gespalten (Merkel: 45%; Schulz: 49%). Bei den AfD-Anhängern sind 34% für Angela Merkel, 32% sprechen sich für Martin Schulz und 34% für keinen der beiden Kandidaten aus.

Bundestagswahl: Schon entschieden und erwarteter Gewinner?

Je näher der Wahltag rückt, desto mehr Befragte geben an, dass für sie der Wahlausgang „heute schon klar“ ist: 57% sind aktuell der Meinung (September-I: 45%; September-II: 56%), sie wissen heute schon, wer Ende der nächsten Woche das Rennen macht. 41% der Wahlberechtigten sehen den Ausgang der Bundestagswahl noch als offen an (September-I: 53%; September-II: 43%). „Heute schon klar“ sagen 56% der CDU/CSU-, 55% der SPD-, 57% der Linke-, 65% der Grünen-, 67% der FDP- und 75% der AfD-Anhänger.

Gefragt nach einer Einschätzung, wen sie – zum jetzigen Zeitpunkt – als Wahlsieger erwarten, sagen 83% (September-I: 78%; September-II: 82%) der Befragten „CDU/CSU“ oder „Angela Merkel“, nur 5% (September-I: 6%; September-II: 5%) nennen hier die SPD mit Martin Schulz, für 5% (September-I: 4%; September-II: 4%) wird es diverse sonstige Gewinner geben und 7% (September-I: 12%; September-II: 9%) wollen keine Prognose abgeben. Besonders hoch ist die Siegeszuversicht unter CDU/CSU-Anhängern, von denen 90% von einem Wahlsieg der Union ausgehen, dagegen bleibt der Optimismus in der SPD-Anhängerschaft auf einen sozialdemokratischen Wahlsieg sehr verhalten, nur 18% gehen von einem solchen aus.

Zufriedenheit mit Regierung und Opposition

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung fällt insgesamt in den letzten Wochen sehr konstant aus. Die Beurteilung wurde wie immer mittels der Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) vorgenommen. Für ihre gemeinsamen Leistungen erhält die Bundesregierung einen Durchschnittswert von 1,2 (September-I: 1,3; September-II: 1,3), die Arbeit der CDU/CSU wird mit 1,0 (September-I: 1,1; September-II: 1,1) bewertet und die der SPD mit 1,1 (September-I: 1,0; September-II: 1,1).

Für ihre Leistungen in der Opposition erhält die Linke -0,4 (September-I: -0,7; September-II: -0,4), die Arbeit der Grünen als Oppositionspartei im Bundestag wird mit 0,2 bewertet (September-I: -0,1; September-II: 0,3).

Arbeit der Bundesregierung

Bei der Zufriedenheit mit der Großen Koalition gibt es kaum Veränderungen zu den Ergebnissen der letzten Wochen: 73% der Befragten stellen der Regierung ein positives Zeugnis aus (September-I: 70%; September-II: 74%), 23% sind unzufrieden mit der Regierungsarbeit (September-I: 24%; September-II: 20%), 4% machen dazu keine Angabe (September-I: 6%; September-II: 6%).

Beurteilung der Arbeit der Bundeskanzlerin

Die Arbeit der Kanzlerin wird in der letzten Woche relativ konstant bewertet: 76% der Befragten sind der Meinung, Angela Merkel macht einen guten Job (September-I: 76%; September-II: 78%), 21% sind gegenteiliger Meinung (September-I: 19%; September-II: 18%), 3% äußern sich dazu nicht (September-I: 5%; September-II: 4%).

(Quelle: Forschungsgruppe Wahlen)

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