Politik

Kandel 900 Menschen demonstrieren gegen Einwanderungspolitik

Übergriffe und Verletzte

Archivartikel

Kandel.Etwa 1260 Menschen haben am Samstag im Zusammenhang mit dem Tod des Mädchens Mia im südpfälzischen Kandel demonstriert. 900 davon nahmen nach Angaben der Polizei an einer Demonstration des bürgerlich-rechten bis rechtspopulistischen Lagers unter dem Motto „Migrationspolitik, Innere Sicherheit“ teil. 360 andere beteiligten sich demnach an Aktionen des linken Spektrums. Dabei sei eine Gegendemonstrantin von einem Vertreter des rechten Spektrums leicht verletzt worden, teilten die Beamten mit. Zudem sei eine weitere Körperverletzung angezeigt worden. Details dazu konnte die Polizei gestern nicht nennen.

Attacken auf Polizei

Rund 1000 Polizisten sorgten dafür, dass die Züge der verschiedenen Gruppen nicht aneinandergerieten. Sie sprachen 16 Platzverweise aus und stellten bei einem Vertreter der rechten Szene ein Messer sicher. 16 Anhänger des linken Spektrums wurden wegen Angriffen auf Bundespolizisten am Bahnhof Wörth angezeigt.

Seit dem Tod der 15-Jährigen Mia Ende Dezember kommt es in Kandel immer wieder zu Demonstrationen von rechtspopulistischen Gruppen und zu Gegendemonstrationen. Sie war mutmaßlich von ihrem Ex-Freund erstochen worden, einem Flüchtling aus Afghanistan.

Nach Angaben der Polizei wurden Bundespolizisten am Bahnhof Wörth von Vertretern der linken Szene daran gehindert, einen Zug in Richtung Kandel zu betreten. „Dann hat man gegen die Kollegen getreten und geschlagen“, sagte ein Polizeisprecher. 16 Zugpassagiere wurden deshalb wegen Landfriedensbruchs und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt. Bei 56 anderen wurde die Identität festgestellt. Wegen des Vorfalls organisierten Demonstranten später in Kandel und Karlsruhe Spontanversammlungen. Nach den Demonstrationen fegten Mitglieder des Bündnisses „Wir sind Kandel“ symbolisch den Platz, auf dem das rechte Lager seine Kundgebung abgehalten hatte. Damit wolle man klar zeigen, dass man die Rechten nicht in der Stadt wolle, sagte ein Sprecher. dpa