Politik

Abgrenzungen nötig

Nachdem die Werteunion die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten gelobt hat, fordern einzelne CDU-Politiker die Auflösung des Vereins. Für die Unionsparteien wäre dieser Schritt aber eine Bankrotterklärung, der sie bei kommenden Wahlen zahlreiche Stimmen kosten dürfte.

Die Christdemokraten bezeichnen sich selbst als Volkspartei, die für Wähler und Mitglieder verschiedener Schichten, Generationen und Weltanschauen offen ist. In ihrem Markenkern sind CDU und CSU tendenziell konservative und marktwirtschaftlich orientierte Parteien, die im politischen Mitte-Rechts-Spektrum zu verorten sind. Angela Merkel hat in ihrer Kanzlerschaft die CDU Schritt für Schritt näher an die Mitte geführt. Ein Ort, an dem es sehr eng zugeht. Auch FDP, Grüne und SPD versuchen, hier Stimmen einzusammeln. Der CDU würde es daher guttun, sich von den anderen Parteien klarer abzugrenzen: Sozialdemokratischer als die SPD oder ökologischer als die Grünen braucht sie nicht zu sein.

Sollten die Christdemokraten die Werteunion verbieten, würden sie ihre Mitglieder aus dem konservativen Lager vor den Kopf stoßen – und in Richtung AfD treiben. Zwar muss die Union jede Unterstützung oder gar Zusammenarbeit mit der AfD eindeutig ablehnen. Ein erkennbares Profil verbunden mit dieser eindeutigen Positionierung würden der CDU aber mehr helfen, als innerparteiliche Diskussionen und Vorwürfe.

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