Politik

Wahlkampf US-Präsident soll Ukraine um Hilfe gebeten haben

Ärger um Absprache von Trump

Archivartikel

Washington.Der US-Präsident sieht sich einer neuen „Hexenjagd“ ausgesetzt, die Demokraten hingegen sprechen von gefährlichem Machtmissbrauch: Donald Trump soll den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Gespräch mehrfach aufgefordert haben, Ermittlungen einzuleiten, die dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden schaden könnten. Im Gegenzug soll Trump dem Ukrainer auch ein unangemessenes „Versprechen“ gegeben haben – zu dessen Inhalt ist indes nichts bekannt. Der mysteriöse Vorfall hat in den USA am Wochenende hohe Wellen geschlagen.

Behörde: glaubwürdig

US-Medien hatten am Freitag berichtet, dass Trump Selenskyj in einem Telefonat im Juli mehrfach aufgefordert haben soll, mit seinem Anwalt Rudy Giuliani zusammenzuarbeiten, um Ermittlungen gegen Joe Bidens Sohn Hunter einzuleiten. Der Sohn des früheren US-Vizepräsidenten arbeitete zeitweise für eine ukrainische Firma.

Die oppositionellen Demokraten sehen in dem Vorfall gut ein Jahr vor der Präsidentenwahl einen Versuch, die Wahl mithilfe einer ausländischen Regierung zu beeinflussen. Der Vorfall wurde bekannt, nachdem ein Geheimdienstmitarbeiter wegen des Gesprächs so beunruhigt war, dass er die Information einer internen Kontrollbehörde meldete. Diese stufte die Beschwerde als dringend und glaubwürdig ein. Die Regierung hat sich bislang aber geweigert, den Abgeordneten des Geheimdienstausschusses Einblick in die Beschwerde zu geben.

Trump wies die Vorwürfe am Samstag als eine lächerliche „Hexenjagd“ der Opposition zurück. Sein Anwalt Giuliani hatte eingeräumt, die Ukraine ermuntert zu haben, Vorwürfen gegen die Bidens nachzugehen. Biden forderte Trump auf, eine Mitschrift des Gesprächs zu veröffentlichen. 

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