Politik

Politbarometer August I 2018 (KW 32 - I)

AfD erreicht mit 16 Prozent neuen Höchstwert

Mannheim.Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die AfD auf einen Höchstwert, die Grünen wären so stark wie seit Jahren nicht, während Union und SPD gleichbleibende Werte hätten.

Politische Stimmung in Deutschland

In der politischen Stimmung Anfang August gibt es ein leichtes Plus für Union, FDP und Grüne sowie deutliche Einbußen für die Linke. SPD und AfD sind konstant. Aktuell wird die CDU/CSU bei 32% (+1) gemessen, die SPD kommt auf 20% (+/-0), die AfD auf 12% (+/-0) und die FDP auf 8% (+1). Die Linke rutscht auf 9% (-3), wogegen sich die Grünen auf 16% (+1) verbessern. Alle sonstigen Parteien liegen in der Summe bei 3% (+/-0).

Da mit Umfragen immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernt liegenden Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Vergleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion", bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen politischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen Erkenntnisse über die langfristige, sozial-strukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Neben strukturellen Faktoren werden zudem taktisches Verhalten sowie die fehlende Bekenntnisbereitschaft von Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums berücksichtigt.

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, blieben Union und SPD unverändert. Die AfD erreicht einen neuen Höchstwert und die Grünen sind so stark wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Die FDP legt ebenfalls zu, wogegen die Linke deutlichere Verluste hat. Nach der aktuellen Projektion käme die CDU/CSU auf 31% (+/-0), die SPD auf 18% (+/-0), die AfD auf 16% (+1) und die FDP auf 8% (+1). Die Linke würde noch 9% (-2) erreichen, die Grünen könnten mit 15% (+1) rechnen und die sonstigen Parteien zusammen mit 3% (-1). Damit gäbe es weiterhin Mehrheiten für „Jamaika“ oder für eine große Koalition, wobei die Mehrheit für ein CDU/CSU-SPD-Bündnis so knapp ausfällt wie nie zuvor im Politbarometer.

Arbeit der Bundesregierung

Die Performanz der Bundesregierung bleibt auch im August schwach: Zwar schafft es das Kabinett nach einem Tiefpunkt im Vormonat jetzt wieder aus dem Negativbereich, wird aber leistungsbezogen auf der +5/-5-Skala (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) nur mit 0,2 (Jun-II: 0,0; Jul: -0,2) eingestuft. In der Einzelkritik wird die aktuelle CDU/CSU-Arbeit mit -0,1 (Jun-II: -0,3; Jul: -0,6) erneut kritischer gesehen als die der SPD mit 0,2 (Jun-II: 0,3; Jul: 0,2), wobei die Unzufriedenheit mit der Union weniger deutlich ausfällt als im letzten Politbarometer.

„Alles in allem gesehen“, also aus einer längerfristigen Perspektive, bescheinigen zum Vormonat kaum verändert 51% (Jun-II: 49%; Jul: 50%) der Deutschen der Bundesregierung „eher gute Arbeit“ – das sind zwanzig Prozentpunkte weniger als im Schnitt der letzten Legislaturperiode. 43% (Jun-II: 44%; Jul: 44%) der Befragten ziehen eine überwiegend negative Gesamtbilanz, darunter neben klaren Mehrheiten der AfD-, Linke- und FDP-Anhänger auch 35% der SPD- und 44% der Grünen-Anhänger.    

Rundungsbedingt müssen sich die Prozentwerte nicht unbedingt auf 100% addieren und die Abweichungen zur letzten Umfrage nicht gegenseitig aufheben. Der Fehlerbereich beträgt bei 1.250 Befragten und einem Anteilswert von 40% rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10% rund +/- zwei Prozentpunkte.  

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