Politik

AfD-Landeschef Junge: FPÖ bleibt trotz Skandal-Video Vorbild

Archivartikel

Mainz.Der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge sieht die österreichische FPÖ auch nach Bekanntwerden des Skandal-Videos aus Ibiza als Vorbild. Den Fehler, den der zurückgetretene FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gemacht habe, sehe er wie AfD-Bundeschef Jörg Meuthen als "singuläres Ereignis". "Das ändert an der FPÖ an sich gar nichts", sagte Junge am Dienstag in Mainz. "Herr Strache hat einen Fehler gemacht. Den hat er maximal eingeräumt und auch die maximalen Konsequenzen gezogen. Mehr geht nicht." Auch in anderen Parteien machten einzelne Menschen Fehler.

Am Freitag hatten "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" ein Video aus dem Jahr 2017 veröffentlicht, in dem möglicherweise illegale Parteispenden an die FPÖ thematisiert werden. Zudem stellt Strache einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte bei dem heimlich gefilmten Treffen auf Ibiza öffentliche Aufträge in Aussicht, sollte sie der FPÖ zum Erfolg bei den Nationalratswahlen 2017 verhelfen. Strache trat daraufhin als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurück. Mittlerweile kündigte er an, seine Unschuld beweisen zu wollen.

Der rheinland-pfälzische AfD-Fraktionsvize Joachim Paul sagte, die FPÖ genieße in Österreich wegen ihrer "guten parlamentarischen Arbeit" insbesondere in den Bundesländern ein enormes Vertrauen in der Bevölkerung. Sie sei eine "sehr erfolgreiche Volkspartei" und ein Vorbild. "Das ist völlig losgelöst von diesem singulären Ereignis." (dpa)