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AKK verlangt mehr Ruhe

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer rechnet fest damit, dass ihr Nachfolger im Parteivorsitz auch Kanzlerkandidat der Union werden will. „Ich gehe davon aus, dass jemand, der sich als CDU-Vorsitzender aufstellen lässt, dass auch tut, um Kanzlerkandidat zu werden“, sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur. „Wer sich jetzt als CDU-Vorsitzender bewirbt, bewirbt sich auch CDU-intern um die Kanzlerkandidatur. Das ist vollkommen klar. Das ist miteinander verbunden.“

Um die Nachfolge von AKK bewerben sich auf dem Parteitag Anfang Dezember in Stuttgart drei prominente Männer: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftspolitiker und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Laschet und Merz werden die besten Chancen zugesprochen. Anders sieht das bei der Kanzlerkandidatur aus. Hier hat Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder in Umfragen einen großen Vorsprung. Söder hat mehrfach betont, er sehe seinen Platz in Bayern - viele trauen ihm aber durchaus Ambitionen auf das Kanzleramt zu.

Auf die Frage, ob die guten Umfragewerte Söders ein ausschlaggebendes Argument für die CDU seien, ihm die Kanzlerkandidatur anzubieten, sagte Kramp-Karrenbauer: „Gerade wegen der Neigung zur medialen Aufgeregtheit rate ich dazu, sich die Realitäten noch mal in Ruhe anzuschauen.“ Es gebe eine Abfolge bei der Bestimmung des Kandidaten: „Zuerst muss die CDU für sich entscheiden, wen sie ins Rennen schicken will. Ob das dann der Kandidat oder die Kandidatin der Union wird, entscheiden CDU und CSU, die Parteivorsitzenden und die Gremien miteinander.“ Nicht ausschließen wollte Kramp-Karrenbauer, dass die Kanzlerkandidatur, anders als von der CSU favorisiert, doch schon dieses Jahr geklärt werden könnte. dpa

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