Politik

"AKK" wird nach Meinung der Befragten in der CDU nicht viel ändern - AFD am rechten Rand eingestuft

Mannheim.Annegret Kramp-Karrenbauer ist nach Meinung der Befragten nicht die Heilsbringerin der CDU/CSU. 47 Prozent sagen, es wird sich Parteiintern nicht viel ändern. Zwei Drittel sehen die beiden Parteien als zerstritten an. Bei der Links-Rechts-Einstufung der Parteien wird die AFD in den Augen der Wähler dem rechten Rand zugeordnet. 

Mit neuer Parteivorsitzender: CDU in Zukunft eher einig oder zerstritten?

53% der Befragten insgesamt und damit genauso viele wie im Dezember des letzten Jahres sowie 47% der CDU/CSU-Anhänger gehen davon aus, dass sich am internen Zustand der CDU mit Annegret Kramp-Karrenbauer als neuer Parteichefin nicht viel ändern wird. 27% (Dezember: 25%) aller Befragten und 39% der CDU/CSU-Anhänger glauben, dass es intern in wichtigen politischen Fragen mehr Einigkeit geben wird. Die Erwartung, dass es unter der neuen Parteivorsitzenden zu mehr parteiinternem Streit kommt, haben 11% in der Gesamtbevölkerung (Dezember: 12%) und 6% in der Anhängerschaft der Union. 9% (Dezember: 10%) machen dazu keine Angabe.  

Verhältnis von CDU und CSU

Eine Mehrheit von aktuell 66% nimmt die Union intern als eher zerstritten wahr (Juni 2016: 67%), 28% (Juni 2016: 21%) der Wahlberechtigten sind der Meinung, dass sich CDU und CSU in wichtigen politischen Fragen eher einig sind. 6% (Juni 2016: 12%) urteilen hier nicht. Alle Parteianhängergruppen – auch die Anhän-ger der CDU/CSU selbst (56%) – nehmen die Schwesterparteien in wichtigen Fragen als zerstritten wahr.  

51% (Juni 2016: 59%) erwarten, dass sich am Verhältnis von CDU und CSU in nächster Zeit nicht viel ändern wird. 32% rechnen mit einer Verbesserung der unionsinternen Beziehungen (Juni 2016: 14%), 10% glauben, das Verhältnis zwischen den beiden werde sich verschlechtern (Juni 2016: 17%). 7% machen dazu keine Angabe (Juni 2016: 10%). Etwas optimistischer sind die Unionsanhänger (besser: 49%; keine Änderung: 42%; schlechter: 7%; weiß nicht: 2%).   

Links-Rechts-Einstufung der Parteien

Jeweils im Januar werden die Befragten gebeten, nicht nur sich selbst auf der Links-Rechts-Skala einzustufen, sondern auch die Parteien dort einzuordnen. Hier wird ein Trend deutlich: Die Mehrheit der politischen Parteien wird durch die Wahlberechtigten in der Mitte verortet. Lediglich die AfD und die Linke polarisieren stärker und rücken an die Ränder: So wird die AfD auf einer Skala von eins (ganz links) bis elf (ganz rechts) mit 9,5 klar am rechten Rand eingestuft, nachdem sie Anfang 2014 mit 6,6 noch ein sehr gemäßigtes Image hatte. Die CSU wird dagegen mit aktuell 7,1 (1990: 8,9) über die Jahre wieder stärker in die Mitte verortet. Die CDU steht heute mit 6,3 (1990: 8,1) ebenfalls deutlich stärker in der Mitte. Die SPD wird aktuell mit 4,8 (1990: 4,3) und die Grünen mit 4,6 (1990: 3,0) eingestuft. Die FDP liegt bei 5,9 (1990: 6,8), die Linke ist in den letzten Jahren wieder mehr nach links gerückt und wird aktuell mit 2,6 eingestuft (2000 als PDS: 3,7).  

Wirtschaftliche Lage

61% aller Befragten halten die derzeitige wirtschaftliche Lage bei uns für gut (November-I: 63%; Dezember: 61%), 34% finden sie teils gut, teils schlecht (November-I: 31%; Dezember: 35%) und 4% bezeichnen sie als schlecht (November-I: 5%; Dezember: 4%).  

16% sind der Meinung, mit der deutschen Wirtschaft geht es zurzeit aufwärts (November-I: 24%; Dezember: 17%), 53% erwarten keine großen Veränderungen (November-I: 51%; Dezember: 52%) und 29% befürchten einen Abwärtstrend (November-I: 22%; Dezember: 28%).  

Die eigene wirtschaftliche Lage schätzen 63% als gut ein (November-I: 70%; Dezember: 65%). 30% geben an, ihre ökonomische Situation sei teils gut, teils schlecht (November-I: 23%; Dezember: 29%) und 7% beurteilen ihre persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse als schlecht (November-I: 7%; Dezember: 6%).    

Auch hier rechnet die Mehrheit (73%) mit so gut wie keiner Veränderung ihrer finanziellen Situation (November-I: 71%; Dezember: 71%), 16% glauben, dass sie in einem Jahr ökonomisch besser als jetzt dastehen werden (November-I: 15%; Dezember: 16%), und 9% befürchten, dass es ihm in einem Jahr wirtschaftlich schlechter gehen wird (November-I: 13%; Dezember: 12%).  

Parteikompetenzen: Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit

Die Lösung unserer wirtschaftlichen Probleme trauen 41% am ehesten der CDU/CSU zu (November-I: 36%; Dezember: 41%). Lediglich 9% sind der Meinung, die SPD verfüge im Bereich der Wirtschaftspolitik über die größte Kompetenz (November-I: 9%; Dezember: 9%), für 7% hat diese die FDP (November-I: 7%; Dezember: 5%). Dass keine Partei unsere ökonomischen Probleme lösen kann, denken 18% (November-I: 19%; Dezember: 20%) und 17% machen bei dieser Frage keine Angabe (November-I: 20%; Dezember: 17%).  

25% setzen beim Thema soziale Gerechtigkeit auf die SPD (September-II:  30%; November-I: 26%); 19% glauben, die Union könne am ehesten für soziale Gerechtigkeit sorgen (September-II: 17%; November-I: 15%), 13% vertrauen hier am ehesten der Linken (September-II: 17%; November-I: 17%) und 11% den Grünen (September-II: 9%; November-I: 14%). 12% trauen keiner Partei zu, die Fragen der sozialen Gerechtigkeit zu lösen (September-II: 9%; November-I: 8%), 13% äußern sich nicht dazu (September-II: 12%; November-I: 14%). 

Einstellung zum Brexit

Ein deutliches Votum geben die Befragten in Deutschland zum Thema Brexit ab: Nur 7% finden es gut, dass Großbritannien aus der EU austritt (Dezember: 8%), 72% finden den Brexit schlecht (Dezember: 68%) und 18% geben an, dass ihnen das egal ist (Dezember: 21%). 3% äußern sich dazu nicht (Dezember: 3%).  

Ungeordneter Brexit: Folgen für Großbritannien und die Europäische Union

Sollte das britische Parlament dem Brexit nicht zustimmen, so dass es zu einem ungeordneten Verlassen der Europäischen Union kommt, sind 80% der Ansicht, der Austritt bringe für das Vereinigte Königreich sehr große (25%) oder große Probleme (55%). Lediglich 12% sehen das Ausscheiden Großbritanniens mit nicht so großen (11%) oder großen Problemen (1%) verbunden (weiß nicht: 8%).   

Die Folgen für die Europäische Union sehen die Deutschen nicht ganz so negativ: 50% befürchten sehr große (7%) oder große (43%) Probleme, 43% rechnen mit nicht so großen (38%) bzw. überhaupt keinen (5%) Problemen für die in der EU verbleibenden Staaten (weiß nicht: 7%).  

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