Politik

Corona II Experten empfehlen Kultusministern regelmäßigen Luftaustausch in Klassenzimmern / Sorge vor kalter Jahreszeit

Alle 20 Minuten stoßlüften

Archivartikel

Berlin.Zur Vermeidung von Corona-Ansteckungen in den Schulen empfehlen Wissenschaftler nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) regelmäßiges Lüften in kurzen Abständen und sehen nur in „Einzelfällen“ die Notwendigkeit für mobile Luftreinigungsgeräte. Wie die KMK am Donnerstag mitteilte, hätten mehrere Experten bei einer Anhörung am Mittwochabend zum Stoßlüften der Klassenzimmer im zeitlichen Abstand von 20 Minuten für etwa 3 bis 5 Minuten Dauer sowie zum Querlüften der Räume in den Pausen geraten.

Hubig: „Klare Vorgaben“

Im Klartext heißt das: Alle 20 Minuten sollen alle Fenster weit aufgemacht werden – und in den Pausen zusätzlich die Tür für Durchzug. An der KMK-Runde nahmen den Angaben zufolge Wissenschaftler aus den Bereichen Hygiene, Virologie und Strömungsmechanik teil. Zudem waren Vertreter des Umweltbundesamtes, der Kommunen, der Bildungsgewerkschaften und des Bundeselternrats dabei.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig sagte: „Gerade mit Blick auf die bevorstehende kühlere Jahreszeit ist es wichtig, dass wir jetzt für alle Schulen in Deutschland zu einer Handreichung mit klaren und nachvollziehbaren Vorgaben kommen, die überall gut umsetzbar sind.“

Den Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Schulräumen halten die befragten Experten laut KMK grundsätzlich nicht für nötig, sofern sich dort die Fenster richtig öffnen lassen. Zur Vermeidung von Corona-Ansteckungen könne aber der Einsatz solcher Geräte in Räumen, die nicht über komplett zu öffnende Fenster verfügen, „flankierend und in Einzelfällen sinnvoll sein“. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung, Joachim Maiß, sagte am Donnerstag: „Bei Herbststürmen und Schlagregen kann man nicht stoßlüften, ohne die Klassenräume zu fluten und Erkältungskrankheiten unter allen Anwesenden Vorschub zu leisten.“ Wenn man nicht in wirksame Filtertechnik investieren wolle oder könne, brauche man „einen verlässlichen Mix aus Präsenz- und Onlineunterricht“.

Die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing, forderte Schritte wie in Bayern. Dort hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, den Kommunen 50 Millionen Euro zum Kauf von Raumlüftern und Filtern in Schulen und Kitas zur Verfügung zu stellen. Lin-Klitzing sprach sich zudem für Plexiglaswände zwischen den Schülern und für die Lehrkräfte aus. Der Deutsche Lehrerverband hatte Lüftungsanlagen und CO2-Messgeräte gefordert, die anzeigen, wann dringend gelüftet werden muss. dpa

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