Politik

Wirecard-Skandal Minister bei Sondersitzung im Bundestag

Altmaier soll aufklären

Archivartikel

Berlin/München/Moskau.Der mutmaßliche Betrugsskandal beim Dax-Konzern Wirecard bringt die Bundesregierung zunehmend in Erklärungsnot. Bei einer Sondersitzung des Finanzausschusses sollen sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am 29. Juli im Bundestag Fragen stellen. In der Opposition hieß es, dies sei die letzte Gelegenheit, alle Fakten auf den Tisch zu legen – ansonsten führe an einem Untersuchungsausschuss kein Weg vorbei.

Zentrale Fragen sind, wann genau die Bundesregierung von den Vorgängen bei Wirecard wusste und ob sie zu wenig dagegen unternommen hat. Der Dax-Konzern aus dem Münchner Vorort Aschheim hatte im Juni zuerst Luftbuchungen in Höhe von mutmaßlich 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und wenig später Insolvenz angemeldet.

Kreml weist Gerüchte zurück

Eine Sprecherin Altmaiers sagte: „Alle beteiligten Stellen sind aufgefordert, die unsäglichen Vorfälle bei Wirecard aufzuklären, das gilt selbstverständlich auch für alle betroffenen Bundesressorts.“ Dies sei Altmaier sehr wichtig, da es auch um den Ruf des Finanzstandorts Deutschland gehe. Der spurlos verschwundene frühere Vertriebschef des Konzerns ist einem Medienbericht zufolge möglicherweise in Russland untergetaucht – doch der Kreml weiß nach eigenen Angaben nichts. „Nein, es ist nichts bekannt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow zu einem Bericht des „Handelsblatts“. Demnach könnte sich der Manager Jan Marsalek nach Russland abgesetzt haben und auf einem Anwesen unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdienstes untergebracht sein. dpa

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