Politik

Staatsbesuch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz betont pro-europäischen Kurs Wiens

Ambitionierte junge Herren

Paris.Wenn zwei junge politische Hoffnungsträger, deren Karrieren nach oben schossen, aufeinandertreffen, stechen zuerst die Gemeinsamkeiten ins Auge: Bundeskanzler Sebastian Kurz, 31, und Emmanuel Macron, 40, strahlen jugendliche Ambition gepaart mit einem unerschütterlichen Selbstbewusstsein aus. Beide waren gestern bei Kurz’ erstem Besuch als Kanzler in Paris bemüht, eben diese Gemeinsamkeiten – auch ihrer politischen Vision – hervorzuheben.

Beide sprachen sich dafür aus, Europas Wettbewerbsfähigkeiten gerade in Zeiten der Digitalisierung stärken zu wollen und Verzerrungen des Marktes gegenzusteuern. Differenzen, die Macron „Punkte, bei denen es Kompromisse zu finden gilt“, nannte, stellten er und der österreichische Kanzler weniger heraus.

Frankreichs politischer Aufsteiger Macron hatte sich im Präsidentschaftswahlkampf als scharfer Gegenspieler zur Rechtspopulistin Marine Le Pen positioniert – welche sich auf europäischer Ebene unter anderem mit Kurz’ Koalitionspartner FPÖ in der gemeinsamen Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ zusammengeschlossen hat. „Österreich ist ein pro-europäisches Land“, betonte Kurz.

Am Mittwoch Visite in Berlin

Dass die erste Visite für bilaterale Gespräche eines österreichischen Kanzlers in Paris stattfand, ist ein Novum; am Mittwoch folgt ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Das ist umso bedeutsamer vor dem Hintergrund, dass die von der FPÖ nominierte Außenministerin Karin Kneissl als erste Ziele die EU-skeptischen Visegrád-Staaten Slowakei und Ungarn ausgewählt hat.

Sie rechtfertigte dies damit, dabei handele es sich um die beiden nächstgelegenen Hauptstädte. Abschließend erklärte Kurz, er sei „froh wenn es neben der starken, großen deutsch-französischen Achse eine starke, wenn auch kleinere österreichisch-französische Achse gibt“.