Politik

Infektionsgeschehen Bundesregierung sieht durch Teil-Lockdown noch keine Trendwende bei neuen Erkrankungen

Angela Merkel dämpft Erwartungen

Archivartikel

Berlin.Wenige Tage vor neuen Bund-Länder-Gesprächen zu den Corona-Maßnahmen in Deutschland gibt die Bundesregierung noch keine Entwarnung. Angesichts von bundesweit fast 18 500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden sei es zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag den Fernsehsendern RTL und ntv. Die Dynamik des Infektionsgeschehens habe sich aber in den vergangenen Tagen deutlich reduziert. „Es steigt noch, aber es steigt weniger stark.“ Auch Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sprach von einer positiven Tendenz. „Aber ob das jetzt der Wellenbrecher war, wird sich noch zeigen müssen.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte im ARD-„Morgenmagazin“: „Die Zahlen, die wir jetzt haben, reichen bei weitem nicht aus. Wir haben maximal eine leichte Seitwärtsbewegung erreicht.“

Zwischenfazit am Montag

Die seit Anfang vergangener Woche geltenden Einschränkungen wie das Verbot von Restaurantbesuchen und touristischen Übernachtungen hat aus Sicht der Regierung damit noch nicht zum erwünschten Rückgang der Infektionszahlen geführt. Über die Frage, ob weitere Maßnahmen notwendig sein könnten, wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Montag beraten und ein Zwischenfazit des Teil-Lockdowns ziehen.

Merkel rechnet damit, dass die zweite Welle das Land noch länger beschäftigt. Man müsse davon ausgehen, dass die zweite Welle härter sei als die erste, sagte Merkel am Mittwoch bei einer Veranstaltung der „Wirtschaftsweisen“. Die zweite Welle falle in eine schlechtere Jahreszeit, nämlich in die Wintermonate. „Das heißt, sie wird uns noch den ganzen Winter beschäftigen“, sagte Merkel – auch wenn es positive Botschaften bezüglich der Entwicklung von Impfstoffen gebe.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte, er hoffe, dass Deutschland um Weihnachten und den Jahreswechsel herum „in einer epidemiologisch besseren Situation“ sei. Seehofer warnte, man dürfe nicht nachlassen mit der Begründung, der Anstieg der Infektionszahlen sei nicht mehr so dynamisch. Viele der schwer Erkrankten mit Covid-19 hätten lebenslang Folgeschäden. dpa

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