Politik

ZI-Studie Missbrauch durch Priester bis 2015 konstant

„Anhaltendes Problem“

Archivartikel

Mannheim.Die Zahl der Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Priester ist im Zeitraum zwischen 2009 und 2015 nicht rückläufig, sondern in etwa konstant geblieben. Das haben Wissenschaftler der Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen unter Federführung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim durch die Auswertung der Personalakten der deutschen katholischen Kirche herausgefunden. Demnach wurden Priester nicht seltener wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt als Männer in der Allgemeinbevölkerung. Allerdings liegt die absolute Anzahl der ergangenen Anzeigen lediglich in einem kleinen einstelligen Bereich pro Jahr.

„Es ist bemerkenswert, dass die Beschuldigungsquote von Priestern in den vergangenen Jahren nicht zurückgeht, obwohl die Deutsche Bischofskonferenz bereits 2002 Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker erlassen hat“, sagte Harald Dreßing, Leiter Forensische Psychiatrie am ZI. „Die Auswertung zeigt deutlich, dass sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester ein anhaltendes Problem ist.“ mk