Politik

Terror Schlussplädoyer im Prozess um Anschlag von Halle

Anklage will Höchststrafe

Magdeburg.Im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle fordert die Bundesanwaltschaft die Höchststrafe für den Angeklagten Stephan Balliet. In ihrem Plädoyer beantragte sie am Mittwoch eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Die Anklage bezeichnete die Tat als „einen der widerwärtigsten antisemitischen Akte seit dem 2. Weltkrieg“. Der Attentäter habe nicht nur Gäste der Synagoge in Halle angegriffen, sondern das jüdische Leben in Deutschland insgesamt, sagte Bundesanwalt Kai Lohse in seinem Plädoyer am Mittwoch. „Damit zielte der Täter auf uns alle, denn das jüdische Leben ist ein unverzichtbarer Teil unseres Landes“, so der Ankläger.

Am 9. Oktober 2019 hatte der Angeklagte versucht, 51 Menschen zu töten, die in der Synagoge von Halle den jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Er scheiterte an der massiven Tür, erschoss daraufhin eine Passantin, später einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss und verletzte weitere Menschen. Der 28-jährige Deutsche Stephan B. hat die Taten gestanden und mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien begründet. dpa

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