Politik

Klimakonferenz Risiko-Index schlägt Alarm für Honduras, Myanmar und Haiti / Schäden 2017 so groß wie nie

Arme Länder leiden unter Extremwetter

Kattowitz.Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre treffen Entwicklungsländer besonders hart. Unter den zehn Staaten mit den größten Extremwetterschäden waren in den vergangenen 20 Jahren acht Entwicklungsländer mit niedrigem oder niedrigem mittleren Einkommen. Das zeigt der Klima-Risiko-Index, den die Entwicklungsorganisation Germanwatch gestern auf der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz vorgestellt hat.

Der Umgang mit Schäden und Verlusten ist ein Streitthema der Klimadiplomatie, die betroffenen Staaten fordern mehr Unterstützung. Denn die Klimafinanzierung ist nur für Klimaschutz und Anpassung an den Wandel gedacht, nicht für Schäden. Puerto Rico, Honduras und Myanmar stehen im Rückblick auf die Jahre 1998 bis 2017 an der Spitze der am stärksten betroffenen Länder – gefolgt von Haiti, den Philippinen, Nicaragua, Bangladesch, Pakistan, Vietnam und Dominica. Deutschland liegt auf Platz 23 – und damit deutlich vor seinen Nachbarn Schweiz (41) und Österreich (51). Der Index basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Mit mehr als 11 500 Todesopfern und mehr als 375 Milliarden US-Dollar Kosten gehörten die Schäden 2017 nach Angaben von Germanwatch zu den verheerendsten der jüngeren Geschichte. Puerto Rico und Dominica wurden im Herbst 2017 von Hurrikan „Maria“ verwüstet. Mit fast 3000 Toten traf es Puerto Rico besonders schwer. „Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft“, sagte Studienautor David Eckstein. Indirekte Folgen etwa von Hitzewellen und schmelzenden Gletschern seien im Index dabei gar nicht berücksichtigt. dpa