Politik

Religionen Seehofer verteidigt Kontakte zu Muslimen

Austausch „geradezu ein Muss“

Archivartikel

Berlin.Das Bundesinnenministerium hat die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit dem Zentralrat der Muslime verteidigt. Eine Sprecherin teilte am Donnerstag in Berlin mit, für Minister Horst Seehofer (CSU) „ist es in gesellschafts- und integrationspolitischer Hinsicht unverzichtbar, zu den Religionsgemeinschaften in Deutschland gute Kontakte aufzubauen und zu pflegen“. Die sei auch in Hinblick auf muslimische Religionsvertreter „geradezu ein Muss“.

Union und Linke hatten zuvor die Zusammenarbeit der Regierung mit dem Zentralrat der Muslime kritisiert, nachdem der Verfassungsschutz in seinem aktuellen Bericht den dem Zentralrat angehörenden Verband Atib („Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa“) der türkisch-rechtsextremistischen Bewegung der Grauen Wölfe zugerechnet hat. Atib ist Gründungsmitglied im Zentralrat der Muslime in Deutschland.

Die Sprecherin erklärte dazu, es sei „seit Langem bekannt“, dass zu den Mitgliedsvereinen des Zentralrats „in einem beträchtlichen Umfang“ auch Organisationen gehörten, die von den Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder beobachtet werden. Dennoch sei der Zentralrat aufgrund der Vielfalt der Verbände unter seinem Dach Teil von Dialogformaten der Bundesregierung. Das Bundesinnenministerium verfolge zugleich die Entwicklung des Zentralrats und, „nicht ohne Sorge“, auch die seiner Mitgliedsverbände. epd

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