Politik

CDU Rheinland-Pfalz Delegierte wählen Frankenthaler zum Spitzenkandidaten für 2021

Baldauf setzt sich klar durch

Archivartikel

Neustadt.Mit Appellen an Teamgeist, Engagement und Bürgernähe hat der Frankenthaler Christian Baldauf die Delegierten des CDU-Landesparteitags für sich eingenommen. „Lasst uns noch besser netzwerken!“, rief der 52-jährige Pfälzer am Wochenende in Neustadt den 407 Delegierten zu. „Lasst uns Bewegung sein!“ Die Stimme der Bürger vor Ort solle in die Antworten der CDU einfließen. Die Parteimitglieder – darunter der ehemalige Ministerpräsident Bernhard Vogel – reagierten mit langem Applaus und einem eindeutigen Ergebnis: Der erfahrene Landespolitiker und Jurist Baldauf bekam 321 Stimmen der Delegierten – 80,25 Prozent. Sein Gegenkandidat, der Rhein-Hunsrück-Landrat Marlon Bröhr (45), erhielt lediglich 79 Stimmen.

Bloß keine neue Spaltung der Partei: Dieser Befürchtung, die im Vorfeld wegen des Duells um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2021 laut geworden war, traten auf dem straff organisierten Parteitag alle entgegen. „Bei uns wird es rundgehen, aber zusammen, gemeinsam in eine Richtung“, gab die Landesvorsitzende Julia Klöckner das Ziel für den Wahlkampf vor.

Mitgliederbefragung abgelehnt

Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag auf eine Mitgliederbefragung zur Spitzenkandidatur abgeschmettert. Gestellt hatte sie der CDU-Gemeindeverband Kirchberg – aus Bröhrs Landkreis. Adolf Weiland von der Antragskommission hatte die Ablehnung zuvor empfohlen und so begründet: Ein Mitgliederentscheid sei gut gemeint, habe aber nirgendwo zu Aufbruchstimmung und dauerhaft positiven Lösungen geführt, sondern zu allererst zu Beschäftigung der Partei mit sich selbst.

Die Antragsteller wollten zudem das seit Juni widerspruchslos gelaufene Nominierungsverfahren wenige Meter vorher stoppen, kritisierte Weiland. Der Landesvorstand hatte Fraktionschef Baldauf im Juni einstimmig nominiert; Bröhr gab seine Kandidatur erst vor rund zweieinhalb Wochen bekannt.

Der charismatische und rebellische Landrat gab sich am Ende dann auch ganz als Teamplayer: „Ich bin jetzt in Deinem Team“, rief er Baldauf nach der verlorenen Wahl zu.

In seiner Rede hatte Baldauf mehr Erzieher, Lehrer, Pfleger und Ärzte, eine wohnortnahe medizinische Versorgung gefordert, den Kommunen mehr Geld versprochen sowie eine „ernsthafte Umwelt- und Klimapolitik angekündigt, die die Städte nicht gegen das Land ausspiele. Er erteile einer Zusammenarbeit mit der AfD eine Absage – und rief dazu auf, die große Zahl der Nichtwähler wieder für die CDU zu gewinnen.

Zum Thema